Bundesanwaltschaft weist NSU-Absprache zurück

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Berlins Innensenator Frank Henkel.

Berlin - Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) drohen in der V-Mann-Affäre neue Probleme. Die Bundesanwaltschaft wies seine Darstellung zurück.

Die Bundesanwaltschaft wies am Dienstagabend seine Darstellung zurück, wonach die Ermittlungsbehörde ihn gebeten habe, Berliner Erkenntnisse über einen Informanten mit möglichen Verbindungen zum NSU-Terrortrio zunächst nicht weiterzugeben.

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„Absprachen über Zeitpunkt und Form der Übermittlung der Erkenntnisse an den NSU-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages wurden nicht getroffen“, teilte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Marcus Köhler, der Nachrichtenagentur dpa mit und bestätigte damit einen Bericht des RBB-Inforadios. „Alle Beteiligten waren sich über die Sensibilität der Informationen für die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft bewusst.“

Henkel hatte am Dienstag im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses gesagt, der Generalbundesanwalt habe darum gebeten, die Informationen bis auf weiteres nicht weiterzugeben. Er wollte damit die späten Information des NSU-Untersuchungsausschusses über Hinweise des Berliner V-Mannes Thomas S. auf das NSU-Terrortrio rechtfertigen. Henkel steht wegen der Informationspolitik seit Tagen in der Kritik.

dpa

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