Chirac-Prozess im September

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Der Prozess um Jaques Chirac beginnt im September.

Paris - Der im März unterbrochene Strafprozess gegen Frankreichs Altpräsident Jacques Chirac (78) wird am 5. September fortgesetzt. Hintergrund ist eine Affäre aus den 90er Jahren.

Die Verhandlung solle bis zum 23. September dauern, teilte das zuständige Pariser Gericht am Montag mit. Chirac werden Untreue, illegale Einflussnahme und Unterschlagung öffentlicher Mittel vorgeworfen.

Hintergrund der Anklage ist eine Affäre aus den 90er Jahren. Chirac steht unter Verdacht, in seiner Zeit als Bürgermeister von Paris (1977-1995) Parteifreunden Gefälligkeitsjobs zugeschustert zu haben. 28 Männer und Frauen sollen auf der Gehaltsliste des Rathauses gestanden haben, in Wirklichkeit aber vor allem für die UMP-Vorgängerpartei RPR gearbeitet haben.

Politiker und ihre Affären

Politiker und ihre Affären

Um die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung zu schmälern, hatten Chirac und die UMP sich im vergangenen Jahr mit dem Rathaus auf eine Entschädigungszahlung geeinigt. Gegen 2,2 Millionen Euro verzichtet die Stadt darauf, als Nebenklägerin aufzutreten. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Expräsidenten bis zu zehn Jahre Haft und 150 000 Euro Strafe. Der von 1995 bis 2007 amtierende 78-Jährige ist der erste ehemalige französische Staatschef, der sich vor Gericht verantworten muss.

Zu der Unterbrechung des Prozesses im März war es gekommen, weil ein Mitangeklagter Verfassungsklage erhoben hatte. Sie wurde allerdings im Mai abgewiesen.

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