Deutschland bekommt neue Entwicklungsagentur

Berlin - Das Milliardengeschäft mit der deutschen Entwicklungshilfe wird neu geregelt. Zum Jahreswechsel entsteht eine bundeseigene Agentur mit fast 19.000 Beschäftigten. Doppelarbeit soll so künftig vermieden werden.

Die deutsche Entwicklungshilfe firmiert vom nächsten Jahr an unter dem Dach einer neuen großen Agentur. Die neue Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) tritt an die Stelle von drei bisherigen staatlichen Hilfsorganisationen. Der Verschmelzungsvertrag wurde am Donnerstag in Berlin unterzeichnet. Die GIZ wird rund um den Globus annähernd 19 000 Beschäftigte haben. Sie verwaltet fast zwei Milliarden Euro Entwicklungshilfe pro Jahr.

Die GIZ entsteht zum 1. Januar durch die Zusammenlegung der bundeseigenen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) mit den beiden kleineren Organisationen Deutscher Entwicklungsdienst (DED) und Inwent. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sprach von einem “Meilenstein“ in der Geschichte der deutschen Entwicklungshilfe. Die GIZ wird zu 100 Prozent im Besitz des Bundes sein.

Bund hofft auf Einsparungen von 15 Millionen Euro pro Jahr

Vorstandssprecher wird für die ersten 18 Monate der bisherige GTZ- Chef Bernd Eisenblätter (66). Dem ersten GIZ-Vorstand gehören insgesamt sieben Mitglieder an, von denen die meisten bei den Vorläufergesellschaften in der Führungsspitze saßen. Derzeit besteht der Vorstand nur aus Männern, was viel Kritik ausgelöst hatte. Ab Mitte 2012 sollen mindestens zwei Frauen dabei sein.

Durch die Zusammenlegung soll doppelte oder dreifache Arbeit künftig vermieden werden. Der Bund hofft auf Einsparungen von 15 Millionen Euro pro Jahr. Außerdem will das Ministerium wieder mehr Einfluss auf die Steuerung der Entwicklungshilfe bekommen. Erster Dienstsitz der neuen Gesellschaft wird Bonn sein, wo auch das Ministerium beheimatet ist. Finanzsitz bleibt das hessische Eschborn, wo die GTZ zu Hause war.

Zuvor waren mehrere Anläufe für eine Neuordnung der Entwicklungsorganisationen gescheitert. Im Unterschied zur früheren SPD-Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul entschied sich Niebel nun dafür, die bundeseigene KfW Entwicklungsbank von den Fusionsplänen auszunehmen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

Kommentare