Emnid-Chef warnt SPD vor Kandidatur Steinbrücks

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Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück

Berlin - Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Emnid warnt unter Berufung auf eine Umfrage die SPD vor einer Kanzlerkandidatur von Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Wer sich hingegen gut eignen würde:

Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Emnid, Klaus-Peter Schöppner, warnt die SPD vor der Nominierung von Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat. “Sollte er nominiert werden, wäre er der erste SPD-Kanzlerkandidat, der im SPD-Kernfeld Nummer eins, der sozialen Gerechtigkeit, schlechter als der Unions-Kontrahent bewertet würde“, sagte Schöppner der Zeitung “Bild am Sonntag“. “Die Stimmen, die ein Kanzlerkandidat Steinbrück bei der Konkurrenz kassiert, würde er gleichzeitig bei den linken und gewerkschaftlich orientierten SPD-Wählern verlieren.“ Eine Kandidatur Steinbrücks wäre damit ein “Wiederaufbauprogramm für die notleidende Linke“.

Zur Begründung verwies der Emnid-Chef auf eine Umfrage seines Instituts im Auftrag der Zeitung zu den Kompetenzwerten von Steinbrück und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in den wichtigsten Politikfeldern. Danach liegt Merkel beim klassischen SPD-Thema soziale Gerechtigkeit mit 38 Prozent vor Steinbrück mit 36 Prozent.

Bei der Frage, wenn sie sich als Kanzler wünschten, stimmten 42 Prozent der Befragten für Merkel und 39 Prozent für Steinbrück. Stattdessen wäre SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier am besten für eine Kanzlerkandidatur geeignet: In der Umfrage für das Nachrichtenmagazin “Focus“ sprachen sich 28 Prozent aller Befragten und 37 Prozent der SPD-Anhänger für Steinmeier aus. Für SPD-Chef Sigmar Gabriel votierten elf Prozent der Befragten und 23 Prozent der Anhänger seiner Partei.

Emnid befragte am 7. Juli insgesamt 503 Personen.

dapd/dpa

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