EU-Parlament: Gift in Solarzellen bleibt erlaubt

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Eine Mitarbeiterin eines Solarzellen-Herstellers prüft eine Solarzelle.

Straßburg - In der EU sollen mehr und mehr Giftstoffe aus Elektrogeräten verbannt werden, doch für Kadmium in Solarzellen soll diese EU-Richtlinie nicht gelten.

Das EU-Parlament stimmte am Mittwoch in Straßburg mit großer Mehrheit für die Richtlinie, über die der EU-Ministerrat voraussichtlich im Dezember nur noch formell abstimmen muss. Die Ausnahmeregelung stößt jedoch auf Unverständnis. “Auch Solarzellen werden entsorgt, das enthaltene Cadmium kann die Umwelt belasten. Hier hat eine Lobby erfolgreich die eigenen Interessen durchgesetzt“, kritisierte der FDP-Abgeordnete Holger Krahmer.

Für den US-Hersteller First Solar - größter Produzent der umstrittenen Module - geht es bei dieser EU-Entscheidung um viel Geld. Er stellt diese Dünnschichtmodule auf Basis des Halbleiters Cadmiumtellurid her. Das Schwermetall ist nach Ansicht der US- Umweltbehörde EPA krebserregend. Es ist allerdings kostengünstiger als das Halbmetall Silizium. Firmen wie Solarworld, die Silizium verwenden, setzen sich seit langem für ein Verbot der cadmiumhaltigen Zellen ein.

dpa

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