Friedrich: "Verstärkte Anschläge" erwartet

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich

Paris - Die deutschen Sicherheitsdienste rechnen nach der blutigen US-Kommandoaktion gegen Terroristenführer Osama bin Laden mit Anschlägen auf amerikanische Einrichtungen.

“Wir stellen fest, dass es im Internet auf den einschlägigen Seiten Bewegung, auch Bedrohungen gibt“, sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Dienstag am Rande eines G8-Ministertreffens in Paris. Alle stellten sich auf “verstärkte Anschläge auf amerikanische Einrichtungen“ ein. Auch in Europa sei unmittelbar nach dem Tod von Bin Laden Bewegung in den “einschlägigen Kreisen“ festgestellte worden.

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Detaillierte Planungen sind nach Angaben Friedrichs aber bislang nicht bekannt. “Unsere Dienste sind sehr aufmerksam. Es gibt bisher keinen Hinweis, dass wir konkret mit irgendetwas rechnen müssen“, betonte der Minister. Es lasse sich jedoch nicht in jedem Fall einschätzen, wie ernst und bedrohlich die Ankündigungen im Internet seien.

Nach Einschätzung Friedrichs wird der Tod Bin Ladens das Terrornetzwerk Al Kaida mittelfristig schwächen. “Ich glaube, das Fehlen einer Identifikationsfigur wie Bin Laden trägt dazu bei, dass da ein Zerstückeln, ein Zerfleddern der Al Kaida stattfinden wird.“ Nach Meinung Vieler sei der Al-Kaida-Terrorismus schon jetzt so vielschichtig, dass er seine einheitliche Anziehungskraft verloren habe.

dpa

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