Guttenberg als Rumpelstilzchen verhöhnt?

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Hat er, oder hat er nicht? Kanzleramtsminister Ronald Pofalla soll seinen Verteidigungskollegen Karl-Theodor zu Guttenberg in der Sparklausur des Kabinetts “Rumpelstilzchen“ genannt haben.

Berlin - Hat er, oder hat er nicht? Kanzleramtsminister Ronald Pofalla soll seinen Verteidigungskollegen Karl-Theodor zu Guttenberg in der Sparklausur des Kabinetts “Rumpelstilzchen“ genannt haben.

Die Regierung dementiert, Guttenberg reagiert gelassen. In der Sparklausur des Kabinetts am Sonntag und Montag habe der Vorstoß des Verteidigungsministers für ein Aussetzen der Wehrpflicht viel Unmut erregt, schrieb die “Bild“-Zeitung am Mittwoch. Es seien die Worte gefallen: “Der führt sich auf wie Rumpelstilzchen.“ Als Urheber sei Pofalla im Verdacht.

Nach den jüngsten Wortgefechten zwischen FDP und CSU (“Wildsau“ gegen “Gurkentruppe“) der nächste verbale Rempler? Am Vormittag dementierte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Die Darstellung der Zeitung sei unzutreffend. Ob das Wort “Rumpelstilzchen“ gefallen ist und wer es gesagt hat, blieb zunächst offen. Später legte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans vor den Hauptstadtjournalisten nach. “Was Sie da lesen konnten, ist absolut unzutreffend.“ Und auf die Nachfrage, ob vielleicht ein anderes Kabinettsmitglied das Wort “Rumpelstilzchen“ gebraucht habe: “Unzutreffend ist unzutreffend, und zwar in jeder Facette.“

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Zur Ergänzung griff Steegmans in den Fundus der Gebrüder Grimm und ihres Märchens “Rumpelstilzchen“. “Was ich nicht ausschließen kann, ist, dass sich möglicherweise mancher Teilnehmer der Sparklausur insgesamt gewünscht hat, er könnte Stroh zu Gold spinnen.“ Guttenberg selbst reagierte entspannt: “Dem Kollegen oder der Kollegin, die das möglicherweise in die Welt gesetzt hat, fehlt ein bisschen Textsicherheit.“ Auch er zog die Märchen-Brüder heran: “Rumpelstilzchen konnte aus Stroh Gold spinnen. Wenn ich das könnte, hätten wir die ganzen Sparprobleme nicht.“

Sein Sprecher hatte zuvor gesagt, der Minister habe ohnehin “kein Problem damit, wenn man ihm attestiert, dass er sich für sein Amt und seine Aufgabe einsetzt“. Presserechtliche Schritte plant Kanzleramtsminister Pofalla gegen den “Bild“-Bericht nicht. “In dieser Angelegenheit ist alles Notwendige gesagt worden“, teilte das Bundespresseamt lapidar mit.

dpa

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