Guttenberg: Kanzlerambitionen wären "anmaßend"

+
Das Aushängeschild: Verteidigungsminisiter Karl-Theodor zu Guttenberg

Berlin - Karl-Theodor zu Guttenberg bestreitet nach dem jüngsten Wirbel um seine Person Ambitionen auf das Amt des Bundeskanzlers und sieht sich selbst nur in der zweiten Reihe.

Der Verteidigungsminister (CSU) sagte am späten Donnerstagabend im ZDF, er befinde sich “gerade mal anderthalb Jahre in der ersten oder zweiten Reihe, vielleicht sogar eher in der dritten Reihe der Politik“. Deshalb wäre es “völlig anmaßend, über Dinge nachzudenken, über die manche in bizarren Gedankenwelten gerade nachdenken.“

Fotostrecke: Superstar Guttenberg: Seine besten Bilder

Superstar Guttenberg: Seine besten Bilder

In den vergangenen Tagen hatte es wegen des Umfragetiefs der Union verstärkt Personalspekulationen um Guttenberg gegeben. Mehrere Zeitungen berichteten von angeblichen Überlegungen in der Union, der beliebte Verteidigungsminister könne Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werden, falls die CDU im kommenden Frühjahr die Landtagswahl in Baden-Württemberg verliert.

Mit ganzem Herzen Verteidigungsminister

Lesen Sie hierzu auch:

Guttenberg bei Trauerfeier für getöteten Soldaten

Spekulationen: Guttenberg als CSU-Chef oder Kanzler?

Guttenberg versicherte, er konzentriere sich darauf, “dass ich Bundesverteidigungsminister sein darf“. Er habe in diesem Amt gerade eine große Reform angestoßen - “und diese umzusetzen erwarten die Soldaten von mir“. Guttenbergfügte hinzu:“Das ist eine riesige Aufgabe - und die habe ich anzunehmen und die gehe ich mit ganzem Herzen und Freude an.“

Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Philipp Mißfelder (CDU), hatte Guttenberg als Hoffnungsträger bezeichnet. Am Freitag stellte er klar, dass dies keine Absage an Merkel bedeuten sollte. Mißfelder betonte: “Angela Merkel ist unsere uneingeschränkte Nummer eins.“ Es müsse jedoch “in der Union wohl noch erlaubt sein, auch Leute loben zu dürfen“.

Guttenberg das "Aushängeschild" der Jungen

Bayerns JU-Chef Stefan Müller sagte, Guttenberg sei “für die Jungen das Aushängeschild“. Er warnte jedoch vor einem übertriebenen Hochjubeln des Verteidigungsministers: “Ich glaube, dass man ihm keinen Gefallen tut an der Stelle. Ich halte nichts davon, da schon über künftige Positionen zu spekulieren.“

Dem neuen ARD-Deutschlandtrend zufolge verschlechterte sich die Union in der Wählergunst im Vergleich zur vergangenen Woche von 32 auf 31 Prozent. SPD und Grüne könnten derzeit mit einer absoluten Mehrheit im Bundestag rechnen.

Kommentare