Journalist Scheremet bei Bombenanschlag in Kiew getötet

Kriminaltechniker untersuchen das explodierte Auto: Roman Pilipey Foto: Roman Pilipey
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Kriminaltechniker untersuchen das explodierte Auto: Roman Pilipey Foto: Roman Pilipey
Auf einer Straße in Kiew erinnern Blumen an Pawel Scheremet. Foto: Roman Pilipey
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Auf einer Straße in Kiew erinnern Blumen an Pawel Scheremet. Foto: Roman Pilipey
Scheremet saß allein im Wagen einer Kollegin, als das Fahrzeug explodierte. Foto: Roman Pilipey
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Scheremet saß allein im Wagen einer Kollegin, als das Fahrzeug explodierte. Foto: Roman Pilipey
Der Anschlagsort wurde weiträumig abgesperrt. Foto: Roman Pilipey
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Der Anschlagsort wurde weiträumig abgesperrt. Foto: Roman Pilipey
Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums hatte die Bombe eine Sprengkraft von etwa 400 bis 600 Gramm TNT. Foto: Roman Pilipey
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Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums hatte die Bombe eine Sprengkraft von etwa 400 bis 600 Gramm TNT. Foto: Roman Pilipey
Das ukrainische Innenministerium geht von einem Bombenanschlag auf Pawel Scheremet aus. Foto: Roman Pilipey
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Das ukrainische Innenministerium geht von einem Bombenanschlag auf Pawel Scheremet aus. Foto: Roman Pilipey
Pawel Scheremet galt als einer der bekanntesten Journalisten der Ukraine. Foto: Maxim Malinovsky/Archiv
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Pawel Scheremet galt als einer der bekanntesten Journalisten der Ukraine. Foto: Maxim Malinovsky/Archiv

Eine Detonation hallt durch das Zentrum der Millionenstadt Kiew. Passanten ziehen einen Schwerverletzten aus einem brennenden Wagen, doch der Mann stirbt. Es ist der Journalist Pawel Scheremet. Wer steckt hinter dem Anschlag auf den liberalen Redakteur?

Kiew/Moskau (dpa) - Bei einem Anschlag mit einer Autobombe ist der prowestliche Journalist Pawel Scheremet in der Ukraine ermordet worden. Der Sprengsatz im Wagen des 44-Jährigen explodierte im Zentrum der Hauptstadt Kiew, als der gebürtige Weißrusse zur Arbeit fahren wollte.

Generalstaatsanwalt Juri Luzenko kritisierte den Mord als Versuch, das vom Krieg gegen prorussische Separatisten erschütterte Land weiter zu destabilisieren. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von einer "barbarischen Tat".

Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte Präsident Petro Poroschenko. Er bezeichnete den Mord an dem bekannten Redakteur als "schockierendes Verbrechen". Polizeichefin Chatija Dekanoidse zufolge werden sich auch Experten der US-Bundespolizei FBI an den Ermittlungen beteiligen. Die Aufklärung sei "eine Frage der Ehre".

Dem Innenministerium zufolge hatte die Bombe eine Sprengkraft von 400 bis 600 Gramm TNT. "Der Sprengsatz war entweder ferngezündet oder hat zeitverzögert angesprochen", sagte Behördensprecher Sorjan Schkirjak.

Der Wagen gehörte der Chefin des bekannten Nachrichtenportals "Ukrainskaja Prawda" (UP), Aljona Pritula. Poroschenko ordnete in einer Krisensitzung mit Sicherheitskräften an, die Journalistin unter Personenschutz zu stellen. Im Jahr 2000 war UP-Gründer Georgi Gongadse ermordet und enthauptet aufgefunden worden. Die bis heute nicht ganz aufgeklärte Tat hatte international für Entsetzen gesorgt.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) nannte den Mord an Scheremet eine "verheerende Nachricht". Die Drahtzieher müssten bestraft werden, forderte Sprecherin Dunja Mijatovic. Scheremet hatte 2002 den OSZE-Preis für Journalismus erhalten. Die Organisation Reporter ohne Grenzen forderte Poroschenko auf, bei den Ermittlungen "den Worten Taten folgen zu lassen".

Nach der Explosion des Autos an einer Kreuzung hatten Passanten den schwer verletzten Scheremet aus dem brennenden Wagen gezogen. Ein Notarzt habe den Journalisten aber nicht mehr retten können, hieß es.

Russland forderte mit Nachdruck eine lückenlose Aufklärung des Mordes an Scheremet, der einen russischen Pass besaß. Kremlkritische Journalisten in Moskau würdigten den Toten als mutigen Kämpfer für die Wahrheit. Am Tatort in Kiew legten Passanten Blumen nieder.

Der Journalist, der auch als Moderator für Radio Westi arbeitete, galt als eng vernetzt mit der prowestlichen Führung um Präsident Poroschenko. Er soll in der weißrussischen Metropole Minsk bestattet werden, seiner Geburtsstadt. Erst vor einem Jahr war der regierungskritische Journalist Oles Busina in Kiew erschossen worden.

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