Libyen: NATO-Luftangriff auf Ölhafen

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Die libyschen Rebellen haben die Hafenstadt Misrata mittlerweile unter ihre Kontrolle gebracht.

Tripolis - Laut des libyschen Staatsfernsehens hat die NATO einen Luftangriff auf den Ölhafen Ras Lanuf geflogen. Die Bomben hätten Methanoltanks getroffen und Lecks verursacht.

Zuvor hatte Großbritannien die NATO aufgefordert, ihre Luftangriffe auf von Truppen des Machthabers Muammar al Gaddafi kontrollierte Gebiete zu verstärken. Andernfalls könnte der Libyen-Konflikt in einem Patt enden, sagte der Kommandeur der britischen Streitkräfte, General David Richards, der Zeitung The Sunday Telegraph.

Die NATO wollte zu dem angeblichen Angriff auf die Stadt Ras Lanuf, die etwa auf halbem Weg zwischen Tripolis und der Rebellenhochburg Bengasi liegt, keine Stellung nehmen. Ein NATO-Sprecher in Neapel sagte, das Militärbündnis habe am Sonntag einen Luftangriff nahe der Stadt Sawara, rund 50 Kilometer von der tunesischen Grenze entfernt ausgeführt. Der Angriff habe einer Militärstellung von Anhängern Gaddafis gegolten, sagte der Sprecher, der anonym bleiben wollte.

Rebellen in Libyen: Sie kämpfen gegen Gaddafi

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Die libyschen Rebellen sagten am Sonntag, sie hätten inzwischen die Hafenstadt Misrata im Westen des Landes vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Bei Kämpfen in der Stadt sind bislang mehr als 1.000 Menschen ums Leben gekommen.

Unterdessen suchen immer mehr Militärs und Politiker das Weite. Tunesische Medien meldeten in der Nacht zum Montag, drei Offiziere der libyschen Armee hätten sich mit einem Boot aus der Stadt Al-Sawija nach Tunesien abgesetzt. Zuvor hatte nach Angaben des Innenministeriums eine größere Gruppe von Funktionären, darunter der Chef der Zollbehörde und ein Diplomat, die Grenze überquert. Es war aber nicht klar, ob die Politiker und Beamten, die zum Flughafen von Djerba fuhren, fliehen wollten oder ob sie im Auftrag des bedrängten Machthabers Muammar al-Gaddafi reisen.

dapd/dpa

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