Einsatz in Westafrika

Mali: Frankreichs Militär bekämpft Islamisten

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Französische Soldaten (Archivbild)

Paris - Wenige Stunden nach der ersten Ankündigung hat Frankreich Ernst gemacht und seinen Militäreinsatz gegen die Islamisten im westafrikanischen Mali begonnen.

„Die französischen Streitkräfte sind am Nachmittag der malischen Armee zu Hilfe gekommen, um gegen die terroristischen Elemente zu kämpfen“, sagte Präsident François Hollande in einer kurzen Fernsehansprache am Freitag. Die Militäraktion werde „so lange wie nötig“ dauern. Die Rebellen hatten am Donnerstag eine strategisch wichtige Stadt eingenommen, woraufhin die malische Regierung Frankreich um Hilfe bat.

„Es geht um die Existenz dieses befreundeten Staates, um die Sicherheit seiner Bevölkerung und auch die unserer Landsleute“, sagte Hollande. Derzeit leben rund 6.000 Franzosen in der früheren Kolonie in Westafrika, sieben von ihnen befinden sich in der Gewalt von Entführern. Jeder wisse um die „Brutalität und den Fanatismus“ der Islamisten im Norden des Landes, sagte Hollande. Der Einsatz finde im „internationalen rechtlichen Rahmen“ statt, also gemäß der UN-Resolutionen. Das Parlament werde sich ab Montag mit der Militäraktion befassen, führte der Staatschef fort.

Das sind die Taliban

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Paris hatte die Bundesregierung vorab über den Einsatz informiert. „Frankreich handelt auf der Grundlage des Völkerrechts“, erklärte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Freitag. Die europäischen Planungen über eine mögliche künftige Ausbildungsmission für die malischen Sicherheitskräfte und die Notwendigkeit eines politischen Prozesses „blieben unberührt“ von der Militäraktion.

Im Dezember hatte der UN-Sicherheitsrat den Einsatz einer multinationalen Eingreiftruppe unter afrikanischer Führung gegen die Rebellen gebilligt. Die EU will die Truppe mit einer Ausbildungsmission unterstützen, an der auch die Bundeswehr beteiligt sein soll.

Bereits am Vormittag hatte Hollande vor dem diplomatischen Korps angekündigt, dass Frankreich bereit sei, zusammen mit den afrikanischen Partnern die Offensive der Rebellen zu stoppen. „Das ist eine Sache der Solidarität und Verantwortung“, sagte er. Die malische Regierung hatte Frankreich zuvor in einem Brief um Hilfe im Kampf gegen die Aufständischen gebeten, nachdem diese die strategisch wichtige Stadt Konna eingenommen hatten.

Terrorlager in Pakistan

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Dadurch rückten die Rebellen bis auf 70 Kilometer an Mopti heran, das in den Händen der Regierungstruppen ist. Die Stadt ist die Schnittstelle zwischen dem Norden in Rebellenhand und dem Süden, der von den Regierungstruppen beherrscht wird. Die Zeitung „Le Figaro“ hatte von französischen und deutschen Soldaten in der Ortschaft Sévaré in der Nähe von Mopti berichtet. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums dementierte jedoch, dass Bundeswehrsoldaten vor Ort seien.

Das westafrikanische Mali war nach einem Putsch im März vergangenen Jahres ins politische Chaos gestürzt. Die islamistische Gruppe Ansar Dine übernahm die Kontrolle über den Norden des Landes und führte dort das islamische Rechtssystem Scharia ein. In den vergangenen Monaten rückten die Kämpfer immer weiter nach Süden vor.

Von Christine Longin

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