Seehofer dementiert Einigung zu Wulff-Nachfolge

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Horst Seehofer.

Berlin - CSU-Chef Horst Seehofer hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach die Koalition bereits über eine Nachfolgeregelung im Falle eines Rücktritts von Bundespräsident Christian Wulff berät.

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Es existiere kein Plan B dafür, dass Bundespräsident Christian Wulff doch zurücktreten müsse, sagte CSU-Chef Horst Seehofer im Interview der Woche des Deutschlandfunks. “Den gibt es nicht, ausdrücklich: Nein!“ Seehofer bekräftigte, dass CDU und CSU hinter dem Staatsoberhaupt stünden.

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Widersprüchliche Darstellungen über den Inhalt des Anrufes bei der “Bild“-Zeitung oder den Zeitpunkt der Umwandlung seines Kredits bei der BW-Bank, könnten nur von den Beteiligten selbst geklärt werden. “Von Dingen, die ich nicht kenne, darüber kann ich auch nicht sprechen“, betonte er.

Nahles fordert Neuwahlen bei Rücktritt Wulffs

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat für den Fall eines Rücktritts von Bundespräsident Christian Wulff Neuwahlen gefordert. “Wenn nach Horst Köhler noch einmal ein Bundespräsident zurücktritt, müsste es Neuwahlen geben“, sagte sie der “Bild am Sonntag“. “Bei einem Wulff-Rücktritt muss sich Angela Merkel dem Votum der Wähler stellen. Ich vermute, dass sie genau deshalb das offene Wort über Wulff vermeidet“, sagte Nahles. Die Affäre Wulff sei jetzt auch eine Affäre Merkel.

Dem Bundespräsidenten warf sie vor, “sich in ein Geflecht aus Halbwahrheiten verstrickt“ zu haben. “Es wird jeden Tag unwahrscheinlicher, dass er die Kraft hat, sich daraus zu befreien“, sagte Nahles. “Ich habe erhebliche Zweifel, dass er diese Affäre übersteht.“ Außerdem gehöre das Amt des Bundespräsidenten Wulff nicht. “Im Amt bleiben - egal was passiert? Diese Haltung ist nicht akzeptabel“, erklärte sie.

dapd

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