Fast die Hälfte der Bürger für Rücktritt von Westerwelle

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FDP-Chef Guido Westerwelle

Berlin - FDP-Chef Guido Westerwelle sollte nach Ansicht von fast der Hälfte der Bürger den Parteivorsitz aufgeben. Das ergab eine Emnid-Umfrage.

Während in einer Emnid-Umfrage für das Magazin “Focus“ 49 Prozent aller Bürger für einen Verzicht Westerwelles auf seinen Parteiposten plädierten, sprach sich unter den FDP-Anhängern eine klare Mehrheit von 77 Prozent für seinen Verbleib im Amt aus. Vor allem die Anhänger der Grünen und der Linkspartei votierten mit je 68 Prozent für den vorzeitigen Abgang Westerwelles.

Der Wahlforscher Richard Hilmer bescheinigte der im Umfragetief hängenden FDP, ein “richtiges Problem“ zu haben. Die Partei habe bundespolitisch einen unglaublichen Einbruch erlebt. Es gebe kaum mehr etwas, wofür sie stehe. Diesen negativen Trend habe die FDP auch dort nicht stoppen können, wo sie in der Landesregierung vertreten sei, sagte Hilmer dem “Focus“.

Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap sieht die Grünen als Gewinner des Superwahljahres 2011. Bei den sieben anstehenden Landtagswahlen hätten sie überall Chancen, ihre jeweils besten Werte zu erzielen. Die Grünen würden inzwischen als deutlich glaubwürdiger wahrgenommen als andere Parteien. Dies mache die Ökopartei zu einem Auffangbecken für enttäuschte Wähler anderer Parteien, sagte Hilmer.

Die SPD hat nach Ansicht des Wahlforschers bundespolitisch noch kein neues Profil entwickelt, das ihr Rückenwind für die anstehenden Landtagswahlen geben könne. In ihrem Kernkompetenzbereich soziale Gerechtigkeit habe die SPD in der Linkspartei nach wie vor einen starken Wettbewerber, sagte Hilmer. Der Zustand der Linkspartei sei stabil. Ihre Anhänger seien treu, obwohl sie der Partei nicht viel zutrauten. Der Union habe die Hinwendung zum Konservativen nicht geschadet, sie habe im Gegenteil zuletzt in der Wählergunst wieder zugelegt.

dpa

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