"Darauf sind wir stolz"

Interview-Zoff: Nahles verteidigt Gabriel

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Andrea Nahles hat sich demonstrativ vor den SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel gestellt

Berlin - SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat den Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel wegen seines viel diskutierten Fernsehauftritts verteidigt.

In der „Welt am Sonntag“ wies sie die Darstellung zurück, Gabriel sei in dem ZDF-Interview mit Marietta Slomka zum SPD-Mitgliederentscheid über den Koalitionsvertrag dünnhäutig gewesen. „Herr Gabriel hat auf Unterstellungen reagiert und unsere Position ruhig und deutlich dargelegt: Wir wagen mehr Demokratie und mehr Teilhabe, das ist einmalig und darauf sind wir stolz“, sagte Nahles. „Die Aufregungen scheinen mir eher auf der anderen Seite zu liegen.“

Gabriel selbst gab sich in der Radio-Bremen-Talkshow „3 nach 9“ gelassen: „Ich will nicht sagen, dass Marietta Slomka mir einen Gefallen getan hat, obwohl das natürlich stimmt“, sagte er. „Frau Slomka hat mir erst einmal den Gefallen getan, ein Mitgliedervotum zu verteidigen.“

Gabriel mühte sich, die teils hitzige Diskussion herunterzuspielen: „Frau Slomka hat mich sozusagen mit "verstärkter Höflichkeit" befragt und das darf sie auch. Und ich habe mit "verstärkter Höflichkeit" geantwortet, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Denn so frei wie sie in der Art ihrer Fragen ist, bin ich es in meinen Antworten. Ich glaube, wir können uns beide nicht beschweren.“

Einen Grund für eine Entschuldigung bei Slomka wegen der Auseinandersetzung über die Zulässigkeit der SPD-Mitgliederbefragung über den Koalitionsvertrag sieht Gabriel nicht. Seinen Vorwurf aus der Sendung, dass die ZDF-Moderatorin SPD-Politikern die Worte im Mund herumdrehe, erhielt er aufrecht: „Die Art und Weise, wie Frau Slomka zum Beispiel im Wahlkampf mit unserem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück in einem Interview umgegangen ist, liefert ausreichend Anschauungsmaterial dafür. Aber noch mal: Das darf sie alles. Aber wir dürfen dann auch offen darüber reden. Meinungsfreiheit gilt für alle.“

Gabriel und Slomka waren in dem Interview in der Frage der Zulässigkeit der Mitgliederbefragung ungewöhnlich heftig aneinander geraten.

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dpa

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