Auch deutsche Autobauer betroffen

Autokrise in Europa verschärft sich

Brüssel - Die Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union schrumpfen bereits den zwölften Monat in Folge. Nun erfasst die Absatzkrise mehr und mehr auch deutsche Autobauer.

Die Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt verschärft sich weiter: Die Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union sind im September den zwölften Monat in Folge geschrumpft, wie der europäische Branchenverband Acea am Dienstag mitteilte. Vor allem in Südeuropa mussten Hersteller teils herbe Einbrüche hinnehmen. Mit Volkswagen und Daimler spüren nun auch deutsche Autobauer stärkeren Gegenwind.

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Insgesamt ging die Zahl der Neuzulassungen von Januar bis September 2012 um 7,6 Prozent auf 9 368 327 Autos zurück. Im Monatsvergleich fiel das Minus sogar noch deutlicher aus: Demnach sanken die Verkäufe im Vergleich zum September 2011 um satte 10,8 Prozent.

Auf den großen Märkten ging es dabei beinahe ausnahmslos bergab. Frankreich (-17,9 Prozent) und Italien (-25,7 Prozent) verzeichneten deutliche Rückgänge, der spanische Markt brach gar um 36,8 Prozent ein. Auch in Deutschland ging es mit einem Minus von 10,9 Prozent nach unten.

Um mehr Autos in den Markt zu drücken, machen Hersteller hierzulande derzeit zunehmend von Tageszulassungen Gebrauch, wie eine Studie der Universität Duisburg-Essen ergab. Dabei melden Händler Fahrzeuge kurzfristig an, um sie danach mit hohen Preisabschlägen anbieten zu können.

Besonders stark unter der Absatzkrise leiden sowohl Opel als auch Marken wie Peugeot und Citroen, weil sie ihre Autos kaum außerhalb Europas verkaufen. Die Opel-Mutter General Motors (-16,2 Prozent) und der französische Hersteller Renault (-29,5 Prozent) verzeichneten im September neuerliche Absatzeinbrüche. Auch der italienische Hersteller Fiat (-18,5 Prozent) konnte sich der schwierigen Lage im Kleinwagengeschäft nicht entziehen. Nur PSA Peugeot Citroen (-8,1 Prozent) kam vergleichsweise glimpflich davon.

Oberklasse-Hersteller gewinnen dadurch zwar Marktanteile hinzu - die Flaute auf dem Kontinent geht aber trotzdem nicht spurlos an ihnen vorbei. Zuletzt hatte der deutsche Autobauer Daimler wegen zunehmend schwieriger Marktbedingungen in Europa die Gewinnprognose für seine Pkw-Sparte kassiert. Bei den Neuzulassungen mussten die Stuttgarter im September einen Rückgang von 6,9 Prozent hinnehmen.

Insgesamt ergab sich bei den großen deutschen Konzernen ein gemischtes Bild: Die Volkswagen-Gruppe (VW) verzeichnete einen Rückgang von 8 Prozent, während die Premiummarke Audi auf ein kleines Plus von 1,4 Prozent kam. BMW beendete den Monat mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent.

Erfreulicher als in Europa präsentierten sich die Märkte in den USA und Russland, wie der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) mitteilte. Auch Asien erwies sich als Rettungsanker - allerdings fiel das Wachstum in China mit knapp 2 Prozent relativ gering aus, hieß es vom VDA. Daimler hatte bereits von einer verschärften Wettbewerbssituation in dem Riesenreich berichtet.

dpa

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