Börsenriese: Singapur bietet Milliarden für Sydney

Singapur - Die Börsen von Singapur und Australien wollen fusionieren. Damit entstünde der fünftgrößte Börsenbetreiber der Welt. Der Zusammenschluss muss genehmigt werden. Die Australier rechnen mit Zustimmung.

Die Börsen von Singapur und Australien wollen in einem Milliardengeschäft fusionieren und einen der größten Aktienhandelsplätze der Welt schaffen. Mit dem Zusammenschluss entstünde die zweitgrößte Börse in Asien nach Tokio und der fünftgrößte gelistete Börsenbetreiber weltweit, teilten die handelseinigen Partner am Montag mit. Singapore Exchange Ltd (SGX) bietet 8,4 Milliarden australische Dollar (5,9 Mrd Euro) für den Rivalen Australian Securities Exchange Ltd (ASX) in Sydney. Das entspricht einem Aufschlag von 37 Prozent zum letzten Schlusskurs vor der Ankündigung.

Die ASX-Aktien legten 19 Prozent zu. Die Fusion muss von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Nach Angaben der beiden Börsen würden auf den Plattformen zusammen 2700 Unternehmen aus 20 Ländern gelistet, darunter 200 aus China und Hongkong. Zusammen hätten die beiden Plätze einen Börsenwert von 12,3 Milliarden US-Dollar (8,8 Mrd Euro). “Singapore Exchange Limited und ASX Limited kombinieren (ihre Geschäfte), um die beste Börse im Asien-Pazifik-Raum zu schaffen - dem Herzen des Weltwirtschaftswachstums“, teilte SGX mit. Die 23-Prozent-Beteiligung der Singapurer Regierung an SGX sahen Analysten zunächst als Stolperstein.

Das australische Gremium, das Auslandsinvestitionen überwacht, müsste zustimmen. Derzeit besteht für die ASX eine Obergrenze von 15 Prozent Aktien-Anteil pro Anteilseigner, die aufgehoben werden müsste. Die australischen Wettbewerbshüter ließen schon grünes Licht erkennen. “Wir hätten dies nicht angekündigt, wenn wir nicht damit rechnen würden, dass die Genehmigung erteilt wird“, meinte ASX-Chef Robert Elstone.

Er würde in der neuen Börse den Chefsessel seinem Kollegen Magnus Böcker aus Singapur überlassen. “Dies wird die führende internationale Börse der Region“, meinte Böcker. “Zweifellos eine historische Konsolidierung.“ Stephen Mayne, ein Interessenvertreter von Kleinaktionären in Australien, war nicht begeistert. “Die Singapurer Regierung hat schon Anlagen in Höhe von 30 Milliarden australischen Dollar in Australien - mehr, als die kommerziellen Vermögenswerte der australischen Regierung“, meinte er. “Es wird mit Sicherheit eine lebhafte Debatte geben, bevor es dafür grünes Licht gibt.“

dpa

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