Daimler dreht weiter an der Kostenschraube

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Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche (li.), und der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn unterhalten sich während Unterzeichnungs-Zeremonien mit dem chinesischen Vize-Präsidenten im Hotel Adlon in Berlin.

Düsseldorf - Der Autobauer Daimler verschärft sein milliardenschweres Sparprogramm.

 Vorstandschef Dieter Zetsche sagte der Wirtschaftswoche: “Wir haben uns für dieses Jahr ein Sparvolumen von vier Milliarden Euro vorgenommen und werden dies deutlich überschreiten.“ Das bestehende Programm werde forciert. Zetsche sagte, die bereits erreichte Überschreitung des Sparvolumens liege im zweistelligen Prozentbereich.

“Wir sparen an allem, was nicht unseren Fahrzeugen zugute kommt. Investitionen etwa, die nicht direkt dem Produkt dienen, haben wir teilweise komplett gestrichen.“ Der Daimler-Chef erläuterte: “Danach müssen wir die einmaligen Spareffekte durch Maßnahmen ersetzen, die dauerhafte Effizienzgewinne bringen. Dabei geht es dann um strukturelle Veränderungen. Es gibt praktisch keinen Prozess, den wir nicht noch deutlich effizienter machen könnten.“

Daimler hatte für das zweite Quartal einen Verlust von 1,06 Milliarden Euro ausgewiesen, nach 1,28 Milliarden Euro Minus im ersten Vierteljahr. Zetsche deutete an, dass es im dritten Quartal erneut besser aussehe. “Wir haben uns über die zurückliegenden zwei Quartale kräftig nach oben entwickelt“, wurde er zitiert. “Und sie werden sehen: Das wird so weitergehen.“ Der Daimler-Konzern werde seine Ziele voll erreichen.

Die Quartalszahlen werden am 27. Oktober veröffentlicht. Der Konzern werde zudem bald über eine Kooperation mit einem anderen Hersteller zum Bau von kleinen Modellen entscheiden. Bei der Zusammenarbeit mit BMW werde dagegen nichts Spektakuläres angekündigt, sagte Zetsche. Es gebe eine Reihe von Komponenten, bei denen die Unternehmen zusammenarbeiten wollten. Große Teile wie Getriebe oder Motoren seien nicht darunter.

Zetsche rechnet nach eigenen Worten mit einer Steigerung des Absatzes von rund einer Million auf 1,5 Millionen Fahrzeuge bis 2015. Letztlich gehe es aber um Umsatz und Gewinn. 

Daimler habe große Fortschritte bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes gemacht. So habe Mercedes gegenüber BMW “gewaltig aufgeholt“ und liege im ersten Halbjahr 2009 mit einer Emission von durchschnittlich rund 160 Gramm CO2 pro Kilometer fast gleichauf mit BMW, der 2008 auf einen Wert von 155 Gramm gekommen sei. Zugleich kündigte Zetsche an, dass Mercedes den EU-Grenzwert von 135 Gramm im Jahr 2015 erreichen und deshalb keine Strafzahlungen leisten werde. “Wir werden die zukünftigen europäischen Grenzwerte für Emissionen voll erfüllen“, sagte der Daimler-Chef. Ende 2010 läuft sein Vertrag mit Daimler aus.

Auf eine mögliche Vertragsverlängerung angesprochen sagte Zetsche laut Wirtschaftswoche“: “Mir macht mein Job Spaß und für einen anderen interessiere ich mich nicht.“

AP

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