Bahn-Tarifstreit: Käßmann soll vermitteln

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Soll vermitteln: Margot Käßmann.

Halle - Der Fahrgastverband Pro Bahn hat angesichts der verhärteten Fronten im Bahntarifstreit die ehemalige EKD-Vorsitzende Margot Käßmann als Mediatorin vorgeschlagen.

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“Frau Käßmann wäre sicherlich jemand von einer hohen Integrität“, sagte der Verbandsvorsitzende Karl-Peter Naumann dem Sender MDR Info. Er glaube nicht, dass das ohne einen Mediator funktioniere. Beide Seiten stünden sich in der Auseinandersetzung sehr unversöhnlich gegenüber, sagte er nach einem Treffen bei Bahn-Chef Rüdiger Grube am Mittwochabend. Zugleich zeigte Naumann Verständnis für die Forderungen der Lokführergewerkschaft GDL.

“Wettbewerb darf nicht auf Kosten der Mitarbeiter stattfinden. Wir wollen Wettbewerb im Eisenbahnverkehr, aber wir wollen keinen Wettbewerb um Dumpinglöhne, sondern um Qualität!“. Allerdings sei die gewählte Streikform wenig geeignet, die Forderungen auch voll akzeptabel für den Kunden durchzusetzen. “Letztlich kann man sogar sagen, sie werden als Geiseln genommen“, sagte er und forderte eine andere Streik-Kultur.

Seit den frühen Morgenstunden haben die Lokführer erneut ihre Arbeit niedergelegt. Der aktuelle Ausstand soll noch bis 10.00 Uhr andauern. Bundesweit kam es durch die neuerliche Aktion zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Bereits am Vorabend hatten auch die Lokführer im Güterverkehr ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Lokführer, bessere Absicherung bei Berufsunfähigkeit und höhere Gehälter.

dapd

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