Lokführer-Streik nach zwei Stunden beendet

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Auf einem Bahnsteig des Miniatur Wunderlands, der größten Modellbahnanlage der Welt, ist in Hamburg ein Streik der Eisenbahner nachgebaut.

Berlin - Der Warnstreik im deutschen Bahnverkehr ist nach Angaben der Lokführergewerkschaft GDL nach zwei Stunden wieder beendet. Fahrgäste müssen aber noch bis zum Abend mit Verspätungen rechnen.

“Wir hoffen nun auf ein neues Angebot“, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Der um 6.00 Uhr gestartete Ausstand bei der Deutschen Bahn und mehreren privaten Konkurrenten hat die Fahrpläne stark durcheinandergebracht. S-Bahnen, Fern- und Regionalzüge in zahlreichen Regionen fielen aus oder fahren mit Verspätung. Nach Bahn-Angaben dürfte es noch bis zum Abend dauern, ehe sich der Betrieb normalisiert.

Im Nah- und Fernverkehr gab es “erhebliche Einschränkungen“, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Von dem auf zwei Stunden bis 08.00 Uhr angelegten Ausstand seien besonders die S-Bahnen in Berlin, Nürnberg, Stuttgart, im Rhein-Main-Gebiet und in Nordrhein-Westfalen betroffen. Bei Regional- und Fernzügen kam es bundesweit zu Zugausfällen und Verspätungen von bis zwei Stunden. An Bahnhöfen waren mehrere Hundert zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz.

viele Pendler und Reisende reagierten genervt. Für die Aktionen der Lokführergewerkschaft GDL fehle ihr jedes Verständnis, sagt etwa Christiane Heermann, die am Dienstagmorgen im Kölner Hauptbahnhof steht - sie will nach Essen fahren. Anderen geht es ähnlich.

GDL-Chef Claus Weselsky sagte am Berliner Hauptbahnhof, er gehe davon aus, dass die Arbeitskampfmaßnahmen wirksam seien. Das Signal sei eindeutig, dass die Lokführer bereit seien, für ihre Ziele zu kämpfen. Mit dem Warnstreik will die GDL ihrer Forderung nach einheitlichen Tarifstandards für rund 26.000 Lokführer in der gesamten Bahnbranche Nachdruck verleihen. Ein Kernpunkt sind einheitliche Einkommen auf dem Niveau des Marktführers Deutsche Bahn.

Zu massiven Störungen kam es in der Hauptstadtregion

Die GDL hatte von 06.00 Uhr an zu Arbeitsniederlegungen bei der Deutschen Bahn und mehreren anderen Bahnunternehmen aufgerufen. Tarifverhandlungen mit dem bundeseigenen Konzern sowie den sechs Konkurrenten Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn hatte sie für gescheitert erklärt.

Zu massiven Störungen kam es in der Hauptstadtregion. Die S-Bahn Berlin war weitgehend lahmgelegt, nur einzelne Züge fuhren noch. Fernzüge waren teils bis zu zwei Stunden verspätet, wie an Anzeigetafeln am Berliner Hauptbahnhof zu lesen war. Die Bahn schenkte Tee und Kaffee an wartende Reisende aus.

Bestreikt wurden auch vier Privatbahnen

In Baden-Württemberg kam es landesweit zu Zugausfällen und Verspätungen. Die S-Bahnen in Stuttgart standen nach Bahnangaben ab 06.00 Uhr komplett still. Auch die S-Bahnen im Rhein-Neckar-Raum seien betroffen, nur vereinzelt führen noch Züge, sagte der Vorsitzende der GDL Südwest, Thorsten Weske.

In Bayern fielen nach Bahn-Angaben einzelne Intercitys und ICE sowie Regionalzüge aus. Rund 150 Lokführer beteiligten sich am Arbeitskampf, wie der bayerische GDL-Bezirkschef Uwe Böhm sagte. “Es geht nicht um einen totalen Ausfall, wir wollen ein Zeichen an den Arbeitgeber senden.“ Bestreikt wurden auch vier Privatbahnen. In Nordrhein-Westfalen sollten S-Bahnen und Regionalexpresszüge im Ruhrgebiet bestreikt werden. Einen weiteren Schwerpunkt kündigte die GDL bei der Eurobahn an und damit etwa in Ahlen und Mönchengladbach.

dpa

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