Kritiker: Abhängigkeit von Moskau wächst

Ostseepipeline: Zweite Röhre freigegeben

Lubmin/Moskau - Als Meilenstein sehen Deutschland und Russland die Ostseepipeline Nord Stream. Elf Monate nach dem ersten Strang wird nun die zweite Röhre freigegeben.

Festakt für eines der wichtigsten Energieprojekte Europas: Im russischen Ort Portowaja wird am Montag die zweite Röhre der Ostseepipeline Nord Stream freigegeben. Zur Feier nahe dem Ostseehafen Wyborg werden unter anderem Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der das Projekt 2005 mit Kremlchef Wladimir Putin auf den Weg brachte, und Gazprom-Chef Alexej Miller erwartet.

Seit einem Jahr arbeitet bereits die erste Röhre von Nord Stream, nun geht der zweite Strang in Betrieb. Damit verdoppelt sich das mögliche Jahresvolumen der rund 1224 Kilometer langen Leitung nach Lubmin auf 55 Milliarden Kubikmeter Gas.

Putin hatte einst mit Blick auf den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie erklärt, Nord Stream werde eine Leistung von elf Atomkraftwerken haben. Der Präsident sprach ebenso wie Gazprom-Chef Miller immer wieder auch von einem möglichen dritten und gar vierten Strang, um den wachsenden Energiehunger im Westen zu stillen. Russland als weltweit größter Gasproduzent sei dazu bereit.

Doch Kritiker fragen, ob dies nicht energiepolitisch abhängig mache - und ob so viel Gas aus Russland überhaupt nötig sei. Seit November 2011 flossen nach Angaben von Nord Stream rund 8,5 Milliarden Kubikmeter durch den ersten Strang. Damit war die Pipeline zu einem Drittel ausgelastet. Diese Zahl entspreche den Erwartungen, meint Projektdirektor Henning Kothe.

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