Quelle: Hoffnung auf Rettung von Unternehmensteilen

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Inmitten der Abwicklung von Quelle Deutschland wächst die Hoffnung auf die Rettung von Unternehmensteilen.

Nürnberg - Inmitten der Abwicklung von Quelle Deutschland wächst die Hoffnung auf die Rettung von Unternehmensteilen.

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“Es gibt auf jeden Fall Interessenten für Teilbereiche von Quelle, wie etwa der Küchen-Quelle“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende, Ernst Sindel, am Dienstag. Die “Süddeutsche Zeitung“ berichtete unter Berufung auf den Sprecher von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, dass zahlreiche Angebote eingegangen seien. Daraus sei ein Dutzend Bieter “für jede erdenkliche Situation“ ausgewählt worden, die ihre Finanzkraft nachgewiesen hätten.

Sindel warnte, diese Interessenten könnten abgeschreckt werden, wenn der geplante Abverkauf der Lagerbestände von Quelle nicht ausreichend durchdacht und vorbereitet werde. “Es dürfen keine Strukturen zerstört werden“, sagte Sindel. Noch funktionierende Prozessketten dürften nicht unterbrochen werden. Welche Folgen dies sonst haben könne, sei bei den Primondo-Auslandstöchtern zu beobachten. Diese hätten inzwischen wegen der Abwicklung bei Quelle Deutschland Lieferschwierigkeiten bekommen.

Wann und wie der Abverkauf der 18 Millionen Produkte im Quelle-Lager vollzogen werde, solle am (morgigen) Mittwoch geklärt werden, sagte Insolvenzverwalter-Sprecher Thomas Schulz der AP. Laut “SZ“ werden die Waren mit einen Gesamtwert von 160 Millionen Euro in den Büchern des Unternehmens geführt, dieser Wert könne aber zu hoch gegriffen sein. Der Zeitung zufolge gibt es zudem Vermutungen in Unternehmenskreisen, dass der Abverkauf mehr kosten könne, als er einbringe.

Beratung der gekündigten Mitarbeiter läuft

Uerdessen läuft die Beratung und Vermittlung der gekündigten Quelle-Mitarbeiter auf Hochtouren. Wie bereits am Montag würden in der im Versandhaus eingerichteten Außenstelle der Arbeitsagentur Nürnberg erneut etwa 800 Mitarbeiter erwartet, sagte die Sprecherin der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, Silvia Lösch. Bis Ende der Woche sollen dann alle rund 4.000 Betroffenen beraten worden sein.

Für die Zweigstelle auf Zeit wurden 120 Vermittler aus ganz Bayern zusammengezogen. Die bayerische Arbeitsministerin Christine Haderthauer kündigte am Dienstag an, sie wolle bis Mitte November ein Maßnahmenpaket für die Quelle-Mitarbeiter vorstellen. “Alle zur Verfügung stehenden Instrumente der Arbeitsverwaltung, des Arbeitsmarktfonds, des Europäischen Sozialfonds und des Europäischen Globalisierungsfonds sollen optimal aufeinander abgestimmt werden, um für die Betroffenen maßgeschneiderte Hilfen aufzulegen, die einen raschen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt ermöglichen“, erklärte die Ministerin. “Das sind wir den Beschäftigten einfach schuldig.“

ap

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