Verbraucher geben weniger für Wein aus

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Weintrauben-Ernte: Die deutschen Winzer verzeichnen einen Umsatzrückgang.

Mainz - Keine Sektlaune bei deutschen Weinproduzenten: Die Konsumenten im Inland griffen 2010 verstärkt zu günstigerer Ware und kauften auch etwas weniger ein.

Anbieter deutscher Tropfen sind von den Umsatz- und Absatzrückgängen überdurchschnittlich betroffen.

Weintrinker in Deutschland haben 2010 verstärkt auf günstigeren Rebensaft gesetzt und auch etwas weniger eingekauft. Die Gesamtausgaben für Wein sanken im Vorjahresvergleich um 2,7 Prozent, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) am Freitag in Mainz mitteilte.

Beim Absatz wurde ein leichtes Minus von 0,7 Prozent verzeichnet. Bei heimischen Weinen, die nach wie vor Marktführer in Deutschland sind, fielen die Rückgänge stärker als im Gesamtmarkt aus. “Ein wesentlicher Grund für die rückläufigen Umsätze sind verstärkte Sonderangebotsaktionen für Wein im Lebensmittelhandel, der inklusive der Discounter 54 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Weinmarkt ausmacht“, sagte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule laut Mitteilung. Hinzu komme, dass ausländische Anbieter in diesem Segment “eine sehr große Preisaggressivität“ an den Tag legten und die Verbraucher sehr sensibel auf die Preise reagierten.

Der Umsatz mit Wein aus deutschen Anbaugebieten sank um 5,7 Prozent, der Absatz schrumpfte um 5,0 Prozent. Als Grund nannte das DWI die stabilen Preise deutscher Weine. Rückgänge gab es laut DWI vor allem im sogenannten Preiseinstiegssegment des Lebensmittelhandels, in dem die deutschen Anbieter Marktanteile an Italien und Spanien abgaben. Nach Reules Darstellung sind die deutschen Erzeuger wegen der höheren Produktionskosten in ihren Anbaugebieten stärker im Mittelpreissegment vertreten. Der Absatz in den mittleren und oberen Preisklassen konnte die Rückgänge in den unteren Klassen nicht ausgleichen.

Der deutsche Rebensaft hat einen Anteil von 46 Prozent an dem in Deutschland verkauften Wein, der Umsatzanteil beträgt 52 Prozent. Damit sind die deutschen Anbieter trotz Rückgängen von je zwei Prozentpunkten im Vorjahresvergleich weiter mit großem Abstand Marktführer im eigenen Land. Während Weine aus Italien ihren Umsatzanteil von 13 Prozent hielten, gaben französische Weine um einen Prozentpunkt auf 12 Prozent nach, die spanischen Weine legten um 2 Prozentpunkte auf einen Umsatzanteil von 8 Prozent zu.

Besonders gefragt im vergangenen Jahr waren laut DWI Roséweine. Nach einem Absatzplus von 6,5 Prozent kommen sie nun auf einen Marktanteil von 9,6 Prozent. Bei Weiß- und Rotweinen schrumpfte der Absatz um 1,7 Prozent beziehungsweise 1,3 Prozent. 2010 hatte der Rotwein an dem in Deutschland konsumierten Wein einen Anteil von 51 Prozent, der Weißweinanteil betrug 39,4 Prozent.

dpa

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