WestLB will Fusionsbedingungen ausloten

Münster/München - Die WestLB-Eigentümer wollen die Fusionspläne mit der BayernLB im November einen wesentlichen Schritt voranbringen.

Bei einem Treffen mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sollen die Brüssler Bedingungen für einen Zusammenschluss der zweit- und drittgrößten Landesbank in Deutschland ausgelotet werden. “Der 15. November ist ein ganz wichtiger Termin“, sagte der Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen, Rolf Gerlach, am Freitagabend.

Im Ziel, eine Konsolidierung bei den bislang acht deutschen Landesbanken zu erreichen, stimmten Brüssel und die Sparkassen überein. Bei einer Fusion von WestLB und BayernLB könnte die EU zwei bislang noch offene Beihilfeprüfungen auf einen Schlag abschließen.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Fusionspläne von WestLB und BayernLB im September waren in Brüssel Bedenken laut geworden. Die EU pocht auf ein funktionierendes Geschäftsmodell der Landesbanken, die beide angeschlagen sind. Die Vorstände von WestLB und BayernLB wollen eine Fusion bis Ende 2010 durchrechnen. Dabei gibt es offene Punkte.

Bei der WestLB prüfen die EU-Wettbewerbshüter noch die Auslagerung von riskanten und nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Papieren in die Abwicklungsanstalt, die “Bad Bank“. Bei der BayernLB liegen die EU-Auflagen für Milliardenhilfen noch nicht vor. Die WestLB muss für die Hilfen ihrer Eigentümer halbiert und bis Ende 2011 mehrheitlich verkauft werden. Alternativ ist eine Landesbankenfusion möglich.

Nach Einschätzung von Gerlach sollte bei der Landesbankenfusion zunächst ein Zusammengehen von WestLB und BayernLB im Vordergrund stehen. Das Modell einer Sparkassenzentralbank von WestLB, der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und dem Fondsspezialisten Deka sei eine weitere Option, die aber nicht zeitgleich in Angriff genommen werden sollte. Eine Sparkassenzentralbank wäre ein weiterer Schritt.

Die WestLB habe mit dem laufenden Verkaufsprozess und den Fusionsgesprächen mit der BayernLB bereits zwei “Eisen im Feuer“. “Gut, dass der Briefkasten voll war“, sagte Gerlach in Hinblick auf die Kaufinteressenten, die sich bis Donnerstagmittag fristgemäß gemeldet haben. Darunter seien Finanzinvestoren und Banken. Es gebe Interessen für die gesamten WestLB und für Teile der NRW-Landesbank.

Die WestLB-Eigentümer sehen ihre Verhandlungsposition in den Fusionsgesprächen mit der BayernLB durch die Kaufinteressenten gestärkt, wie in Finanzkreisen darüber hinausgehend verlautete. An dem Gespräch mit dem EU-Wettbewerbskommissar Almunia sind dem Vernehmen nach Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter- Borjans (SPD), sein bayerischer Amtskollegen Georg Fahrenschon (CSU), Bundes-Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen, ein Vertreter des Bankenrettungsfonds Soffin und WestLB-Chef Dietrich Voigtländer beteiligt.

dpa

Kommentare