Die „Lindenstraße“ ist museumsreif

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Gruppenbild in der Kulisse der "Lindenstraße"-Dauerausstellung im Technikmuseum in Speyer. Hinten, v. li. n. re.: Ludwig Haas, Marie-Luise Marjan, Hermes Hodolides, und Domna Adamopoulou; vorne, v. li n. re.: Andrea Spatzek und Rebecca Siemoneit-Barum.

Speyer - Am Samstag eröffnete eine neue Dauerausstellung zur ältesten Fernseh-Seifenoper Deutschlands im Speyerer Museum Wilhelmsbau am Technikmuseum.

Produzent Hans W. Geißendörfer war zusammen mit Marie-Luise Marjan, Ludwig Haas und anderen “Lindenstraße“-Schauspielern zur Eröffnung angereist. Auf die Frage, ob die Serie schon reif fürs Museum sei, antwortete er: “Die Serie ist so lebendig wie eh und je. Doch sind es jetzt fast 25 Jahre, dass sie das Alltagsleben in Deutschland widerspiegelt. Da ist uns diese Ausstellung eine Ehre!“

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Der kleine, feine Raum, den das Museum der “Lindenstraße“ widmet, erinnert mit all seinen kuriosen Exponaten fast an einen Reliquienschrein. Zwischen Wänden, die mit den Fassaden der Lindenstraßenhäuser tapeziert sind, steht der Klavierstuhl der alten Berta Giese, darauf das braune Kissen, auf dem sie immer saß. Iffi Zenkers positiver Schwangerschaftstest, den sie vor 16 Jahren als Teenager ablegte, ist ebenso zu sehen, wie die erste dickglasige Brille von Hans Beimer, das Kinderspielzeug von Nico oder Stühle aus dem “Akropolis“ und dem “Café Bayer“, die einst zu den Requisiten am Drehort Köln-Bocklemünd gehörten.

Die Idee zur Ausstellung entstand, als Technikmuseumsleiter Hermann Layer im Januar 2009 den “Saumagen“-Orden der Karneval- und Tanzsportgesellschaft “Schlotte“ in Schifferstadt erhielt, eine Auszeichnung um Verdienste für das Land, den zuvor auch Marie-Luise Marjan alias “Mutter Beimer“ entgegennehmen konnte. Produzent Geißendörfer war sofort begeistert. Und “Iffi“ Rebecca Simoneit-Barum betonte, wie sehr sie die Domstadt Speyer liebe: Eine eine Zirkussaison lang habe sie ganz in der Nähe gelebt.

Dass diese Liebe auf Gegenseitigkeit beruht, bewiesen am Samstag Hunderte von Fans aus Speyer und Umgebung, die geduldig anstanden, um einen Blick in den Ausstellungsraum und natürlich auch auf die Schauspieler zu werfen. Kaum einer war dabei, der nicht regelmäßig jeden Sonntagabend um 18.50 Uhr die ARD einschaltet, um das Geschehen rund um die Bewohner einer ganz normalen Münchener Straße zu verfolgen. Autogramme waren sehr begehrt und viele Fragen zur Serie wurden gestellt und freundlich beantwortet. Ob Iffi nun tatsächlich schon Großmutter wird, wer demnächst vielleicht eine Krankheit durchleiden muss, ein Verbrechen begeht oder sich endlich neu verliebt, das aber verriet keiner. 30 000 Euro Vertragsstrafe wären bei so einer Ausplauderei fällig. “Bisher hat noch nie jemand von uns ein Geheimnis preisgegeben, auch wenn schon sehr hohe Summen geboten wurden“, so Geißendörfer. “Wir halten alle solidarisch zusammen.“

Die Ausstellung “Lindenstraße“ wird regelmäßig um neue Exponate ergänzt, und im nächsten Jahr, wenn die Seifenoper ihren 25. Geburtstag begeht, soll auch in Speyer groß gefeiert werden.

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