Vom Mauerblümchen zum "Topmodel"

Köln - Ex-Mauerblümchen hängt Powerfrau ab: Mit einem tränenreichen Glitzer-Finale ist die sechste Auflage von “Germany's Next Topmodel“ zu Ende gegangen. Auch für ProSieben war es ein voller Erfolg.

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Als sie es geschafft hat, ist ihr auffälliges Lächeln plötzlich verschwunden. Stattdessen bricht Jana in Tränen aus und kann minutenlang gar nicht mehr aufhören zu weinen - vor lauter Freude. Die 20-Jährige aus Haltern am See im Kreis Recklinghausen ist “Germany's Next Topmodel“. Im Finale der ProSieben-Show setzte sie sich am Donnerstagabend in Köln gegen Rebecca (19) aus Hilden bei Düsseldorf und Amelie (16) aus Monschau in der Eifel durch.

“Es war sooo schwer. Wir haben uns in alle drei Mädchen verliebt“, sagt Heidi Klum, die nun zum sechsten Mal ihr “Topmodel“ gesucht und gefunden hat. “Aber Jana hat dieses Strahlen, das geht von einem Ohr zum anderen.“ Tatsächlich ist ihr breites Zahnpasta-Lächeln im Laufe der Staffel zum Markenzeichen der blonden 20-Jährigen geworden. Für Klum ist sie einfach Super-Jana: Hat nicht nur ein “super Lächeln“, sondern auch “super Haare“, kann “super laufen“, ist “super-cool“ und “super-elegant“ - und darf deshalb “super-stolz“ auf sich sein.

Die 15 000 Zuschauer in der ausverkauften Kölner Arena bekommen eine spektakuläre Show zu sehen, bei der es an allen Ecken zischt, blitzt und sprüht. Die Kandidatinnen schweben in drei offenen Kugeln auf den Catwalk. Für sich selbst hat Heidi Klum einen besonders effektvollen Auftritt inszeniert: Sie entsteigt einer riesigen weißen Blüte - und trägt einen wild gemusterten Hosenanzug in Regenbogenfarben. Bei der Live-Show tritt unter anderem Lady Gaga auf, mehrere Fallbeile dienen ihr als Bühnendekoration. Hinterher sitzt der exzentrische US-Popstar kurz auf dem Sofa und erklärt: “I would kill for fashion“ (Für Mode würde ich töten.)

Als erste des übriggebliebenen Mädchen-Trios fliegt Amelie raus. In Tränen aufgelöst fällt sie ihren Konkurrentinnen und der Jury um den Hals. Im Gegensatz zu den vorherigen Folgen gibt es an diesem Finalabend - laut Klum “der schönste Tag des Jahres“ - kein kritisches Wort gegen eine Kandidatin. Im Gegenteil: Die Jury überschlägt sich unentwegt vor Lob. Heidi presst kein einziges Mal streng die Lippen zusammen. Der überkandidelte Designer Thomas Rath wiederholt vor lauter Rührung alles dreimal: “Wow, wow, wow“ oder “vielen, vielen, vielen lieben Dank“. Und der sonst so cool auftretende Art Director Thomas Hayo wirkt ziemlich nervös, jedenfalls wippt er vor der Kamera unablässig hin und her.

Die Entscheidung fällt also zwischen Rebecca, der selbstbewussten dunkelhaarigen Powerfrau, und der eher zurückhaltenden Jana, die nach Ansicht von Klum anfangs ein Mauerblümchen war. Der unterschiedliche Charakter der beiden Mädchen wird auch im Finale noch mal deutlich. Frage: “Wenn du gewinnst, was wirst du mit der Kohle machen?“ - Antwort Rebecca: “Shoppen gehen und Schokolade.“ - Antwort Jana: “So viel Geld hatte ich noch nie, darum weiß ich es nicht, aber ich werde es bestimmt gut ausgeben.“ Oder als der große Moment kommt, in dem die beiden Mädels auf die Wand starren, auf der gleich das Foto der Siegerin aufleuchten wird. Frage: “Wie fühlst du dich?“ - Rebecca (laut): “Gut!“ - Jana (leise): “Nicht gut.“

Nun wird Jana auf dem Titelbild der deutschen Zeitschrift “Cosmopolitan“ erscheinen, außerdem erhält sie Bargeld und Werbekampagnen im Gesamtwert von 400 000 Euro. Was sie dann daraus macht, wird sich zeigen. Ihre Vorgängerinnen jedenfalls sind keine wirklichen Topmodels geworden.

Insgesamt ist die sechste Staffel der ProSieben-Castingshow “Germany's Next Topmodel“ mit einer sehr guten Einschaltquote zu Ende gegangen. 4,02 Millionen Zuschauer sahen am Donnerstagabend das Finale der Show, in der die 20-jährige Jana Beller aus Lippramsdorf (NRW) zur Siegerin gewählt wurde. Der Marktanteil bei allen Zuschauern (ab drei Jahren) lag bei 14,6 Prozent; in der für die Privatsender wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schaltete jeder Vierte (24,3 Prozent) die Sendung ab 20.15 Uhr ein. Mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 18,8 Prozent bei den jüngeren Zuschauern lag diese Staffel deutlich besser als die Ausgabe im Vorjahr, wie ProSieben mitteilte.

dpa

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