Ausleihen sind auf 85 000 Titel gestiegen

100 Jahre Stadtbibliothek Eschwege: Bücherei ist gefragt wie eh und je

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Lesen, Schmökern, Ausleihen: Seit 100 Jahren steht dafür die Eschweger Stadtbibliothek, seit 1982 in den Räumen der alten Schlossmühle. 

Eschwege – Sie ist eine Institution in Eschwege: die Stadtbibliothek. In diesem Jahr wird sie 100 Jahre alt. 

Fast jeder Eschweger und auch aus dem Umland hatte früher einen Bücherei-Ausweis aus der Eschweger Stadtbibliothek in seinem Portemonnaie. Doch die Zeiten sind rauer geworden. Gerade das Internet hat der klassischen Bücherei zugesetzt. Doch die Eschweger Stadtbibliothek hat sich gegen jede Konkurrenz behauptet – und das seit mittlerweile 100 Jahren.

Die Anfänge

Die ersten Belege einer Volksbücherei stammen aus dem September 1919. Damals wurden im Eschweger Tageblatt Haushalte dazu aufgerufen, „entbehrliche Bücher unterhaltenden oder belehrenden Inhalts“ zu spenden. Das geht aus Zusammenstellungen im Eschwege-Lexikon von Herbert Fritsche hervor. 1922 wurden 99 Leser im Obergeschoss des Hochzeitshauses betreut. 1950 stand die Eschweger Bücherei mit 13 500 Ausleihen an erster Stelle in Nordhessen.

Standortfrage

Immer wieder wurde die Standortfrage gestellt. Neben dem Hochzeitshaus war die Stadtbibliothek unter anderem auch schon in der Berggasse und im Keller der Struthschule untergebracht. Seit 1982 hat sie ihren festen Platz in der Schlossmühle an der Werra. 1986 wurde die Arbeit durch die städtische Angestellte Brigitte Leonhäuser professionalisiert. Seit 2010 leitet Judith Rode die Stadtbücherei.

Die Arbeit heute

Über 33.000 Bücher, Spiele, Zeitschriften, DVDs und CDs stehen den Nutzern heute zur Verfügung. Vom Lese-Lern-Spiel für die ganz Kleinen bis zu besonderen Angeboten für Senioren – in der Stadtbibliothek ist für jeden etwas dabei.

Das Angebot ist vielfältig. Neben den klassischen Romanen, Kinder- und Jugendbüchern sowie Sachbüchern gibt es auch Literatur in englischer, französischer, italienischer, spanischer und russischer Sprache. Tageszeitungen, Magazine und Wochenzeitschriften kann man sich ebenso ausleihen oder vor Ort lesen. Für Unterhaltung in der Gruppe sorgen Gesellschaftsspiele. „Das Angebot von Sach- und Reisebüchern haben wir reduziert, unsere 1300 Kinder-Bilderbücher sind wegen der Haptik gefragt wie eh und je“, sagt Judith Rode.

Das Angebot hat sich aber angepasst. Musik-CDs gibt es schon seit vielen Jahren, lassen in der Nachfrage aber nach. Auch Hörbücher bereichern das Angebot. Mittlerweile gibt es auch Tausende DVDs. Konsolenspiele für Nintendo-DS oder die Nintendo-Wii werden ebenso angeboten.

Statistik

Die Zahlen der Bücherei sprechen für sich. Seit Beginn der Aufzeichnung 1981 hat sich die Zahl der Medien von 13 800 auf 33 000 erhöht. Und auch die Ausleihzahlen entwickeln sich prächtig. 1981 waren es 16.245, 1993 dann 54.294 und 2018 wurden 84.258 Titel ausgeliehen. „Den Stand von rund 85 000 Ausleihen wollen wir halten“, sagt Rode.

Die Öffnungszeiten

Geöffnet ist jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von 9.30 bis 13 Uhr, donnerstags von 16 bis 19 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 9.30 bis 12 Uhr.

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