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150 Jahre Feuerwehr Breitzbach: Ein Rückblick voller Anekdoten

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Von: Harald Triller

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Für 40 Jahre Engagement geehrt wurde Frank Reckenkamm (links) von KBI Christian Sasse.
Für 40 Jahre Engagement geehrt wurde Frank Reckenkamm (links) von KBI Christian Sasse. © Triller, Harald

Freiwillige Feuerwehr Breitzbach feiert 150. Bestehen. Die Gemeinde Herleshausen hat aus diesem Anlass den Gemeindefeuerwehrtag in den Ortsteil vergeben.

Breitzbach – Kurz und knapp, aber inhaltlich tiefgründig und von wunderbaren Anekdoten durchzogen war die Festrede anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Feuerwehr Breitzbach – gehalten von Lothar Weishaar, der selbst lange Jahre in Personalunion als Wehrführer und Vereinsvorsitzender die Geschicke der Wehr lenkte.

„Als Kaiser Wilhelm der I. Deutschland regierte, die Dresdner Bank gegründet und in Frankfurt die erste Straßenbahnstrecke eröffnet wurde, hat sich im gleichen Jahr, 1872, der Feuerwehrverein im kleinen Breitzbach formiert“, wusste Weishaar zu berichten. Unterlagen aus dem Jahr 1857 belegen, dass die offizielle Gründung 15 Jahre zuvor gewesen sein muss. „Damals lebten in Breitzbach 217 Einwohner, also doppelt so viele wie heute“, wusste der Feuerwehrmann vom Scheitel bis zur Sohle zu erzählen.

In die 20-jährige Amtszeit von Heinz Gisselmann sei 1956 die Anschaffung eines neuen Anhängers für die Tragkraftspritze gefallen. Zwei Jahre später wollten die Aktiven zur Alarmübung nach Herleshausen, doch schon vor Nesselröden sei, so Weisshaar, die Übung beendet gewesen, weil sich ein Rad des Anhängers gelöst hatte.

„Am Ostermontag 1968, die Aktiven waren allesamt beim Gottesdienst in der Kirche versammelt, als die Sirene sie aufschreckte: Ortsbrandmeister Gisselmann gab den Befehl: Alle Feuerwehrmänner zum Gerätehaus, der Rest macht weiter mit dem Gottesdienst“, gab Weishaar schmunzelnd zu verstehen. Bei Kurt Eska brannte der Räucherschrank. Der damals zu beklagende Verlust war eine Schranklandung voller roter Wurst. Verdienter Beifall war der Lohn für den Festredner, der bilanzierte, das Feuerwehren nur in der Not helfen können, wenn sie mit den dafür nötigen Gerätschaften ausgestattet seien.

In seiner Begrüßung der Festgäste verwies der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Frank Reckelkamm auf die Schwierigkeiten, das Jubiläum überhaupt auszurichten: „Die Pandemie hat uns bei der Organisation viele Streiche gespielt, zuletzt vor einer Woche, als sich fünf Familien in Quarantäne begeben mussten, war das ein schwerer Schlag für unser kleines Dorf. Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen und so heiße ich euch heute alle herzlich willkommen und bedanke mich bei dem großen Helferstab.“

Das Forum eines Grußwortes nutzten Bürgermeister Lars Böckmann und Parlamentschef Manfred Kraus, um ihren Blick in die Zukunft zu richten: „Der demografische Wandel macht keinen Halt vor uns, deshalb müssen wir neben der finanziellen Belastung auch die personellen Herausforderungen meistern“, sieht der Verwaltungschef gerade in den Fusionen, die in den fünf Dörfern Breitzbach, Unhausen, Nesselröden, Wommen und Holzhausen einen wichtigen Schritt nach vorne.

Manfred Kraus: „Wir sind von der politischen Seite her bemüht, alles zu tun, um die effektive Brandbekämpfung sowie die technischen Hilfeleistungen zu gewährleisten.“ Beide Politiker gratulierten natürlich mit einem Flachgeschenk.

Auch Kreisbrandinspektor Christian Sasse übergab für jedes Jahr einen Euro von Landrätin Nicole Rathgeber, was in der Summe 150 Euro ausmacht. Auch die Urkunde des Kreisfeuerwehrverbandes überreichte er an Frank Reckelkamm, genau wie 1000 Euro, die das Land Hessen für verdiente Feuerwehrleute auslobt. In diesem Falle für 40-jähriges ehrenamtliches Engagement für die Wehr Breitzbach.

Christian Sasse: „Hinter einem derartigen Jubiläum steht weit mehr als nur die bloße Erhaltung einer Einsatzabteilung oder eines Vereins, sondern ein jahrelanges Zusammenhalten, gegenseitiges Für- und Miteinander und die persönliche Bereitschaft zu jeder Zeit für die Sicherheit von Menschen in Not einzustehen“, brachte der Kreisbrandinspektor seine Hochachtung für die Feuerwehr Breitzbach zum Ausdruck.

Ehrungen und Auszeichnungen

Brandschutzehrenzeichen in Gold: Lothar Weishaar, Frank Reckelkamm (beide Breitzbach), Michael Janus (Altefeld), Michael Ruch, Bernd Schulz (beide Herleshausen), Rainer Müller (Wommen), Rüdiger Klein, Thomas Buchenau, Georg Küch (alle Schutzbereich Brandenfels).

Brandschutzehrenzeichen in Silber: Udo Wetzel (Breitzbach), Oliver Wöll, Friedhelm Klein, Jörg Bohnwagner (alle Schutzbereich Brandenfels), Stefanie und Thorsten Wittich (Willershausen), Dirk Bodenstein (Wommen).

Ehrennadel in Gold: Manfred Quendt (Schutzbereich Brandenfels).

Großes Ehrenschild der Gemeinde: Michael Janus (Willershausen).

Ehrennadel in Silber: Dieter Schmidt (Breitzbach).

Ehrenplakette in Silber: Frank Reckelkamm (Breitzbach).

Ehrenplakette in Gold: Wolfgang Möller (Willershausen).

Für 40 Jahre Engagement geehrt wurde Frank Reckenkamm (links) von KBI Christian Sasse.
Für 40 Jahre Engagement geehrt wurde Frank Reckenkamm (links) von KBI Christian Sasse. © Triller, Harald

Gemeindebrandinspektor Matthias Sömmer stellte sein Grußwort unter das Motto: „Trotz Corona“: „Wir mussten neue Wege beschreiten und durften die Köpfe nicht in den Sand stecken. Trotz Corona ist die Zahl der Einsatzkräfte auf 177 gestiegen, 64 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene stehen für die Herleshäuser Feuerwehren zu Buche. Bei 20 Brandeinsätzen, 63 Hilfeleistungen, 13 Brandschutzveranstaltungen in Kindergärten, Schulen und Seniorenheimes haben wir uns nicht hinter Corona versteckt, sondern sind offensiv mit der Pandemie umgegangen“, konnte Matthias Sömmer abschließend auf die beachtliche Stundenzahl von 17 232, die die Herleshäuser Feuerwehren seit dem Coronaausbruch geleistet haben.

Mit Freude konnten die Führungskräfte das Jubiläum nutzen, um zahlreiche Ehrungen auszusprechen.

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