50 Prozent der Menschen im Kreis verdienen unter 2500 Euro

Bis 2030 fast ein Viertel weniger Rente

Werra-Meißner.   Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt vor zunehmender Altersarmut im Werra-Meißner-Kreis. Die Zahlen des DGB zeichnen ein düsteres Bild: Von den 17 193 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Vollzeit, die im Landkreis arbeiten, verdienen im Schnitt nur 9760 Personen 2500 Euro Brutto im Monat. Das sind nur 57 Prozent der Vollzeit-Berufstätigen.

Das Durchschnittsgehalt in dieser Personengruppe liegt bei 2344 Euro. Im hessenweiten Durchschnitt verdienen sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte mit durchschnittlich 2981 Euro deutlich mehr. Der DGB warnt angesichts dieser Zahlen vor einer Durchschnittsrente von 580 Euro. In einer Pressemitteilung kritisiert er, dass die Renten bis 2030 um fast 20 Prozent sinken werden, wenn die Bundesregierung die Rentenbeiträge im Januar 2013 tatsächlich senkt. Damit teilt der DGB die Kritik von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die kürzlich auf die drohende Altersarmut aufmerksam gemacht hat. Laut von der Leyen können Steuerzahler, die weniger als 2500 Euro Brutto verdienen, nicht von ihrer Rente allein leben.

Altersarmut ist im Werra-Meißner-Kreis allerdings keine Zukunftsmusik, sondern in teilen schon Realität. So nutzen beispielsweise immer mehr Rentner das Angebot der Eschweger Tafel, um sich mit Lebensmitteln einzudecken. „Die Zahl der Rentner die zu uns kommen hat in den letzten drei Jahren stark zugenommen, ich denke das wird in den nächsten Jahren noch schlimmer“, sagt Margot Furchert von der Eschweger Tafel.

„Die gesetzliche Rente muss armutssicher sein“, fordert Michael Rudolph, Vorsitzender der DGB-Region Nordhessen. Der DGB fordert eine nachhaltige Entwicklung der Rentenbeitragssätze und schlägt vor, den Beitragssatz ab 2014 schrittweise um je 0,1 Punkte anzuheben. Die Bundesregierung hingegen plant derzeit den Beitragssatz ab 2013 von 19,6 auf 19 Prozent abzusenken.(alh/dir)

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