Drei Personen müssen beatmet werden

Beinahe so viele wie in Landkreis und Stadt Kassel zusammen: 21 Corona-Patienten im Klinikum Werra-Meißner behandelt

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Blick in die Intensivstation in Witzenhausen: Im dortigen Pandemie-Krankenhaus werden nach Möglichkeit alle Corona-Patienten des Werra-Meißner-Kreises untergebracht.

Im Klinikum Werra-Meißner werden derzeit 21 Patienten behandelt, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Weiterhin befinden sich zwölf Patienten im Klinikum, bei denen der Verdacht einer Infektion im Raum steht.

Somit werden an den beiden Standorten des Klinikums Werra-Meißner in Witzenhausen und Eschwege zurzeit 33 Patienten versorgt, bei denen der Verdacht einer Infektion besteht oder die Infektion bestätigt ist (Stand: Mittwoch, 13.45 Uhr). Das sind beinahe so viele wie in Landkreis und Stadt Kassel zusammen. In allen dortigen Kliniken sind es 39 Patienten mit Corona-Infektion oder Verdachtsfälle (Quelle: IVENA-Hessen/Mittwoch, 13.45 Uhr).

Aktuell sei für den hiesigen Anstieg der Ausbruch im Seniorenheim in Bad Sooden-Allendorf ein Auslöser, sagt der Ärztliche Direktor Dr. Peter Schott. Unter anderem dieser Umstand führe dazu, dass im Pandemie-Krankenhaus in Witzenhausen aktuell vier Patienten mit Corona-Infektion oder -verdacht auf der Intensivstation liegen, drei davon müssen beatmet werden. 23 weitere Menschen werden als gesicherte oder mutmaßliche Covid-19-Fälle auf der Normalstation behandelt. Weitere sechs Verdachtsfälle gibt es in Eschwege. „Das schwankt allerdings stündlich“, sagt Dr. Peter Schott.

Pandemie-Plan greift

Stationsleiterin Britta Möckel-Simon prüft ein Beatmungsgerät auf der Intensivstation in Eschwege.

Um die Versorgung bestmöglich sicherzustellen, wurde frühzeitig ein Pandemie-Plan aufgestellt, der jetzt greift. „Die Mitarbeiter haben zwar viel zu tun, und der Alltag ist auf den Kopf gestellt, aber wir können bisher alles meistern und sind keinesfalls überfordert“, sagt Dr. Peter Schott. Witzenhausen ist das sogenannte Pandemie-Krankenhaus, dort werden alle Corona-Patienten nach Möglichkeit untergebracht. Aus diesem Grund wurden die Beatmungsplätze von vier auf zehn aufgestockt, in Eschwege gibt es davon nun 18 statt zehn.

„Sollten die Kapazitäten in Witzenhausen nicht mehr ausreichen, haben wir hier weitere Ressourcen. Schon jetzt ist die Station 6 in Eschwege für die Unterbringung von Corona-Patienten ,isoliert’“, erklärt Schott. In Witzenhausen wurde die Intensivstation strukturell und organisatorisch in den letzten Wochen so umorganisiert, dass hier mittlerweile ein komplett isolierter Therapiebereich vorliegt. Entsprechend werden auf der Intensivstation in Witzenhausen ausschließlich Patienten mit Covid-19 behandelt.

Personelle Ressourcen ausreichend

Weil etwa planbare Operationen verschoben worden sind, sind die personellen Ressourcen unter Ärzten und Pflegepersonal ausreichend, um die Anforderungen des Pandemieplans gut zu erfüllen. „Wir haben mehr ärztliche Präsenz und zusätzliches Pflegepersonal im intensivmedizinischen Bereich ausgebildet. Wir danken allen Mitarbeitern für ihr Engagement und der Bevölkerung für ihr Verständnis, dass der gewohnte Krankenhaus-Betrieb so aktuell nicht machbar ist. Wir appellieren, dass niemand bei ernsthaften Symptomen für Schlaganfälle, Herzinfarkte und dergleichen zu Hause bleibt“, sagt Dr. Peter Schott.

Im Notfall kooperieren

Sollten die Beatmungsplätze zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr ausreichen, gibt es einen Notfallplan in Kooperation mit den anderen nordhessischen Kliniken, die in täglichem Austausch miteinander stehen. Koordiniert werden die stationären Betten über einen Planungsstab am Klinikum in Kassel, welches wiederum Teil eines hessischen Planungsnetzwerkes unter Führung des Sozialministeriums ist. Patienten aus dem Kreis würden dann beispielsweise nach Kassel oder in andere nordhessische Krankenhäuser verlegt.

Von Emily Spanel

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