Sternmarsch und Demonstration

2200 Schüler demonstrieren in Eschwege für Courage und eine offene Gesellschaft

Schule für Courage gegen Rassismus, Demonstration Eschwege Obermarkt
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Auf dem Obermarkt in Eschwege demonstrieren – nach Veranstalterangaben – 2200 Schüler und ihre Lehrer gegen Rassismus und für eine offene Gesellschaft.

2200 Kinder und Jugendliche von Schulen aus der Kreisstadt und aus dem Umfeld demonstrierten am Freitagmittag auf dem Eschweger Marktplatz für Courage und eine offene Gesellschaft.

Das Signal der Schüler am Freitagmittag auf dem Eschweger Obermarkt war unmissverständlich: Rassismus darf keinen Raum in der Gesellschaft haben.

Anlass: Hanau und Volkmarsen

Der Anschlag in Hanau und das Attentat in Volkmarsen waren Anlass für die Sternwanderung durch die Kreisstadt und die anschließende Kundgebung vor dem Rathaus; der Protest richtete sich viel weitergehender gegen die Ursachen solcher Taten, die, so Kosta Panou von der Schülervertretung des Oberstufengymnasiums, „keine bedauerlichen Einzelfälle“ seien, sondern in einer „Reihe von Attentaten“ stünden. Er sieht in den Teilnehmern einen „Schutzwall gegen Faschismus“ und stellte klar: „Wir werden um jeden Millimeter kämpfen, den uns die Faschisten nehmen wollen.“

Aufruf von drei Eschweger Schulen

Dem Aufruf der Brüder-Grimm-, der Friedrich-Wilhelm- und der Anne-Frank-Schule waren nach Angaben von Organisatorin Tina Pfeiffer auch Kinder und Jugendliche der Geschwister-Scholl-, der Freiherr-vom-Stein- und der Südringgauschule sowie des Oberstufengymnasiums gefolgt. „Ich wünsche mir, dass das nicht die letzte Aktion war“, sagte Pfeiffer. Die Lehrerin der Brüder-Grimm-Schule forderte zum Beitritt in das Netzwerk der Courage-Schulen auf.

Nils Gleim von der Anne-Frank-Schule forderte, „gemeinsam mit einer Stimme gegen Rassismus“ zu sprechen. Es gelte, ein Zeichen für die gemeinsamen Werte zu setzen. In weiteren Redebeiträgen sprachen Schüler von ihrer Fassungslosigkeit angesichts der Gewalttaten, warben für ein „freundliches Schulklima“, aus dem niemand ausgeschlossen werde, kritisierten die AfD.

Auftritt von Politikern

Stadträtin Patricia Hölzel verlas eine Rede von Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe, in der der Verwaltungschef deutlich machte: „Hass und Hetze haben in Eschwege keinen Platz.“ Wer in einer Demokratie leben wolle, müsse auch ihre Werte vertreten, hieß es in Heppes Botschaft. Landrat Stefan Reuß sieht in der Veranstaltung „ein wichtiges Zeichen, dass die Schüler für Toleranz setzen“. Die Mehrheit lehne ab, was Rechte, Neonazis und Faschisten wollten. Reuß: „Es lohnt sich, für Demokratie einzutreten.“

Mit dem Auftritt aus der Politik war Tina Pfeiffer nicht einverstanden: „Eigentlich sollten nur Schüler auf der Bühne stehen und keine Erwachsenen reden.“

Demo und Sternmarsch schon einmal verschoben

Nach dem Anschlag in Hanau und dem Attentat in Volkmarsen riefen die drei Eschweger Courage-Schulen – Brüder-Grimm-, Friedrich-Wilhelm- und Anne-Frank-Schule – auf zur Sternwanderung für eine offene Gesellschaft und gegen Rassismus. Die zunächst für Freitag vergangener Woche vorgesehene Kundgebung wurde angesichts der damaligen Sicherheitslage nach Gesprächen zwischen Veranstalter und Behörden vorsorglich auf gestern verschoben

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