Täter und Opfer kennen sich

Vergewaltigung auf Pferdehof: „Habe die Kontrolle verloren“

Justizia.
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Symbolbild: Ein Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis hat eine Frau vergewaltigt.

Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten wegen Vergewaltigung ist ein 38 Jahre alter Mann aus dem Landkreis jetzt verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Eschwege - Wegen Vergewaltigung ist ein 38 Jahre alter Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis am Dienstag vor dem Amtsgericht Eschwege zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt worden. Die Haftstrafe setzte das Gericht zu einer dreijährigen Bewährung aus.

Der Mann, der nebenberuflich eine Pferdepension betreibt, hatte zugegeben, im März vorigen Jahres die Frau, mit der er selbst befreundet war, die aber auch eine enge Freundin seiner Ehefrau war, in einer zum Hof gehörenden Werkstatt vergewaltigt zu haben. Im Vorfeld der Tat hatten der Angeklagte und sein späteres Opfer einvernehmlichen Geschlechtsverkehr.

Das Vergewaltigungsopfer hatte seine Pferde in der Pension eingestellt und eine sexuelle Beziehung mit dem 38-Jährigen geführt, diese aber kurz vor der Tat per Whatsapp beendet. In dem Prozess trat sie jetzt als Nebenklägerin auf.

Beischlaf trotz Widerstand

An dem Märztag 2019 hatten sich der Angeklagte und sein Opfer in der Werkstatt aufgehalten, als der Mann die Frau von hinten packte, ihr Hose und Slip runterzog und mit der Hand in ihre Vagina griff. Die Frau wehrte sich gegen den Übergriff, als ihr aber klar wurde, dass er nicht abließ, schlug sie vor, in die benachbarte Toilette zu gehen. Dort setzte sie ihren Widerstand erfolglos fort, der Mann vollzog den Beischlaf bis zum Ende. Vor Gericht räumte er ein, dass er sich bewusst über die Ablehnung der Frau hinwegsetzte. Allerdings sei ihre vorherige sexuelle Beziehung nie von „besonderer Zärtlichkeit“ geprägt gewesen. Der Sex sei immer von ihm ausgegangen. Ihre Ablehnung habe er als „Teil des Spiels“ gewertet.

"Ich hab die Situation falsch eingeschätzt"

„Ich hab die Situation damals falsch eingeschätzt und ihr körperlichen und seelischen Schaden zugefügt“, sagte der 38-Jährige vor Gericht. „Ich habe die Kontrolle verloren.“ Er entschuldigte sich bei seinem Opfer, das bis heute an den Folgen der Vergewaltigung zu tragen hat und unter Albträumen und Schlafstörungen leidet.

Strafmildernd wertete das Gericht unter Vorsitz von Richterin Schmidt, dass der Angeklagte – zwar erst in letzter Minute – ein vollständiges Geständnis abgelegt hat und die Tat bis ins Detail zugab. Zudem erkannte das Gericht sowohl seine „glaubwürdige Reue“ als auch seine Entschuldigung an. Der Anwalt der Nebenklägerin sagte: „Es wäre gut gewesen, wenn er früher gestanden und nicht versucht hätte, ihr die Schuld zu geben, um seine Ehe zu retten.“

Strafmildernde Umstände

Obwohl das Strafmaß für Vergewaltigung, auch im minder schweren Fall, zwischen sechs Monaten und fünf Jahren liegt, setzte das Gericht die Freiheitsstrafe zu einer dreijährigen Bewährung aus. Neben Reue und Entschuldigung zähle, dass der Mann bisher nicht vorbestraft war, mit Frau und Kindern sozial gut integriert sei und einen festen Arbeitsplatz habe. Er muss zusätzlich 2500 Euro als Wiedergutmachung an sein Opfer zahlen.

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