Unternehmer wegen Betrugs verurteilt – 184 000 Euro Schaden

48-Jähriger muss zehn Monate ins Gefängnis

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Werra-Meißner. Weil er Arbeiten an Wildschutzzäunen zwar vollständig in Rechnung gestellt, selbige aber nur zum Teil erbracht hat, ist ein 48-jähriger, ehemaliger Forstwirtschaftsunternehmer aus dem Werra-Meißner-Kreis am Dienstag wegen Betruges zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt worden.

Das Eschweger Schöffengericht unter dem Vorsitz von Dr. Alexander Wachter blieb mit seinem Urteil unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten plädiert hatte.

„Ein besonders schwerer Fall von Betrug lag nach unserer Auffassung nicht vor“, sagte Wachter in seiner Urteilsbegründung. Doch die enorme Schadenshöhe von 184 000 Euro, die dem Amt für Straßenverkehr (heute: Hessen Mobil) in Kassel entstanden sei, rechtfertige das Strafmaß.

Der 48-Jährige hatte im Jahr 2009 den Zuschlag für Bau- und Erneuerungsarbeiten an Wildschutzzäunen entlang von Teilstücken der Autobahnen 5 und 7 erhalten. Bis zum Abschluss der Arbeiten im Jahr 2011 stellte der Unternehmer insgesamt zwölf Rechnungen an das Amt, in denen unter anderem 23 000 Pfähle berechnet wurden – tatsächlich verbaut wurden aber nur 13 000. Der Grund für diese Angaben sei aber keine Täuschungsabsicht gewesen, erklärte der Beschuldigte vor Gericht – vielmehr seien sie in Absprache mit einem leitenden Mitarbeiter des Amtes erfolgt. Demnach seien Mehrkosten, die dem Unternehmer während der Bauzeit entstanden waren, einfach auf andere Positionen umgelegt worden. Der Mitarbeiter, der vor Gericht als Zeuge geladen war, bestätigte das.

Nötig geworden sei die „zugegeben unkonventionelle Methode“, weil er an der Baustelle andere Bodenbedingungen vorgefunden habe als ausgeschrieben. Diese hätten in der Folge nicht nur die Zusatzkosten verursacht, sondern die Arbeiten auch in die Länge gezogen.

Von Emily Spanel 

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