Antrag auf Konzeptförderung nicht berücksichtigt

5G: Region geht vorerst leer aus

Der Landkreis Werra-Meißner wird vorerst kein Teil einer 5G-Modellregion.

„Ein entsprechend gestellter Antrag auf Konzeptförderung wurde nicht berücksichtigt“, teilt Landrat Stefan Reuß nun auf Anfrage unserer Zeitung mit. Ausgerufen hatte den 5G-Innovationswettbewerb das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Ein förmlicher Ablehnungsbescheid solle der Breitband Nordhessen in Kürze zugehen.

Letztgenannte habe mit ihrem Glasfaserausbau in ganz Nordhessen den Grundstock für den möglichen 5G-Mobilfunkstandard gelegt, begründete Michael Koch, Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Breitband Nordhessen, den Vorstoß noch im Frühjahr. Trotz der in der Öffentlichkeit zunehmenden Bedenken bezüglich gesundheitlicher Risiken sprach sich der Kreistag Werra-Meißner kurz darauf für die von der Breitband Nordhessen initiierte gemeinsame Bewerbung aus – allerdings ohne die Stimmen der Linken-Fraktion.

Weitere Fördermöglichkeiten 

„Das Ministerium teilt aber weiterhin mit, dass wegen des überwältigenden Interesses an dem 5G-Innovationswettbewerb die Absicht besteht, weitere Fördermöglichkeiten für die Vielzahl an unberücksichtigt gebliebenen Ideen zu schaffen“, erklärt Landrat Stefan Reuß. So bestehe auch weiter die Möglichkeit, Förderungen zu bekommen. „Ich gehe derzeit davon aus, dass die Breitbandgesellschaft die Projektidee weiter verfolgen wird“, sagt Stefan Reuß. Das sei aber noch zu besprechen.

Die Diskussion um mögliche Risiken des 5G-Mobilfunkstandards sei grundsätzlich zu begrüßen, sagt der Landrat. Es sei allerdings nicht davon auszugehen, dass solche, auch örtlich geführten Debatten Einfluss auf die Entscheidung des Ministeriums gehabt hätten. Die Auswirkungen von 5G auf den Menschen sind weitestgehend unerforscht: Eine wachsende Zahl von Studien aber deutet darauf hin, dass die genutzte elektromagnetische Hochfrequenzstrahlung die menschliche Gesundheit schädigen könnte, indem sie etwa Krebs erzeuge.

Datenübertragung ohne Verzögerung

Die Abkürzung 5G steht für den neuen Mobilfunkstandard, dessen Frequenzen im Frühjahr versteigert wurden. Ab 2020 soll 5G dann in Deutschland Einzug halten. Die fünfte Generation des Mobilfunks soll Daten fast völlig ohne Verzögerung übertragen, und zwar noch schneller als der bisherige Standard 4G, auch Long Term Evolution (LTE) genannt. Grundsätzlich basiert 5G auf Funksignalen, die unsichtbar, geräuschlos und blitzschnell übertragen werden. 

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