Schutz für den Tunnelbau

A-44-Spitzenbergtunnel: Bergleute bitten um Beistand der Heiligen Barbara

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Die Bergleute bitten um den Schutz der Heiligen Barbara: (von links) Milan Krucek, David Sedlacek, Martin Fischer und Tunnelpatin Marion Herrmann aus Großalmerode stellen die gesegneten Barbara-Heiligenfiguren am Tunneleingang auf.

Reichensachsen. Die Heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute, Mineure und Sprengmeister. An ihrem Feiertag baten die Arbeiter am Spitzenbergtunnel bei Reichensachsen am Montag mit einem Gottesdienst um ihren Schutz.

Wie sehr sie den Beistand brauchen, wurde erst in dieser Saison deutlich. Bereits im Oktober sollte der Durchstich durch den Spitzenberg erfolgt sein. Doch als bei den Arbeiten 30 Meter große Risse auftraten und der Druck von nachrutschender Erde die Sicherheitsanker herauszog, wurde der Vortrieb gestoppt. „Sicherheit ist immer unsere erste Priorität“, sagt Mario Frankhauser von der Arbeitsgemeinschaft Tunnel Spitzenberg. „Es hängt immer davon ab, wie der Berg sich darstellt.“ Innerhalb von sechs Wochen wurde ein neues Vortriebskonzept erstellt. Der Querschnitt mit dem der Vortrieb vorangeht, wurde verkleinert, um so den Druck des Erdreichs zu verringern. Das Ziel ist es, die Arbeiter während der Baumaßnahme zu schützen. „Bis wir Licht am Ende des Tunnels sehen, wird es jetzt also noch etwas dauern“, sagt Mario Frankhauser. Er schätzt sechs weitere Monate. In drei Jahren soll dann, laut derzeitiger Planung, der Abschnitt bis in den Ringgau fertig sein.

Dr. Stefan Franz von der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH), der den Bau der A 44 leitet, stellte die aktuellen Daten des gesamten Projekts vor. Für die 60 Kilometer lange Strecke von Kassel nach Wommen werden insgesamt 764 Millionen Euro veranschlagt. Davon kostet der Abschnitt von Waldkappel bis in den Ringgau 270 Millionen, 30 Millionen entfallen auf den Spitzenbergtunnel. „Konflikte gehen mit Baumaßnahmen dieser Größe immer einher, ich hoffe aber, im Bewusstsein der Bevölkerung überwiegen inzwischen die Vorteile. Der Nutzen für die Region ist erheblich“, sagte er.

Die mit dem Tunnelbau beschäftigten Arbeiter kommen aus Deutschland, Österreich und Tschechien. Für sie segnete der katholische Pfarrer Josef Alber aus Eschwege in einem Gottesdienst, der von den Mädchen und Jungen des Kindergartens St. Elisabeth in Eschwege unterstützt wurde, zwei Barbara-Figuren. Diese wurden dann am Eingang der Tunnelröhren aufgestellt.

Barbaratag am A-44-Spitzenbergtunnel

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