Energie-Genossenschaft im Werra-Meißner-Kreis vor Gründung

Abfall und Schrott sollen Geld verdienen

Werra-Meißner. Was heute noch als Abfall entsorgt wird, oder auf dem Komposthaufen landet, soll zurück in den Wirtschaftskreislauf, Energie liefern und Geld verdienen.

Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann beschreibt die Verwertung von Bioabfall und Gülle als Teil der Energiewende im Werra-Meißner-Kreis, spricht aber auch davon, die Einsammlung von Elektroschrott neu organisieren zu wollen.

Bei Sontra entsteht gerade eine Biogasanlage, die fast ausschließlich mit Gülle betrieben wird. Neben der Energiegewinnung hat das gleich mehrere Vorteile: Die Gülle ist nach dem Gärprozess viel pflanzenverträglicher, hat einen besseren Düngewert und stinkt deutlich weniger. Und statt pflanzliche Energieträger wie Mais extra anbauen zu müssen, was wiederum Monokulturen zur Folge hat, werden Abfallprodukte verwendet. Ein weiterer Faktor, der nach Einschätzung des Umweltdezernenten eine Rolle bei der Energiewende spielt, ist die Bürger-Energie-Genossenschaft, die im Kreis vor der Gründung steht.

Bürger sollen sich beteiligen

Die Voraussetzungen sind nach Einschätzungen Wallmanns bis zum Sommer erfüllt. Dann können sich Bürger finanziell an den unterschiedlichsten Projekten zur Energiegewinnung aus regenerativen Trägern beteiligen. Ein wichtiger Aspekt und ein Ziel dieses gemeinsamen Investierens und Verdienens ist die Verbesserung der Akzeptanz umstrittener Projekte, beispielsweise von Windparks. „Die Energiewende setzt sich aus vielen kleinen Puzzelteilen zusammen, die Bürger-Energie-Genossenschaft ist eins davon“, sagt Wallmann.

Um solche und ähnliche Projekte voranzubringen, will der Werra-Meißner-Kreis jetzt einen Klimaschutzmanager einstellen. Der wird zu 95 Prozent aus Landesmitteln bezahlt.

Von Harald Sagawe

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