Schüler verkosteten abgelaufene Lebensmittel und informierten zur Müllvermeidung

Abgelaufen, aber lecker

Zwei Tage drüber: Nadin Ghadban (von links), Gerrit Stieff und Annkathrin Wirkner verkosten abgelaufenen Joghurt und beweisen so, dass Lebensmittel nur wegen Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht entsorgt werden müssen. Foto: W. Skupio

Eschwege. Während der Müllvermeidungswoche, die in diesem Jahr schon zum zweiten Mal stattfindet, finden europaweit unterschiedlichste Aktionen mit der Absicht statt, der Entstehung von Müll entgegenzuwirken.

Die Verschwendung von Lebensmitteln war daher Thema der 18 bis 24-jährigen Einzelhandelsberufsschüler, die den Kunden im Edeka-Markt Zeuch gestern ihre im Unterricht erarbeiteten Ergebnisse präsentierten. Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann besuchte die Schüler in seiner Funktion als Umweltdezernent des Kreises. „In den wohlhabenderen Ländern werden deutlich mehr Lebensmitteln weggeworfen, als zur Beseitigung des Hungers in armen Ländern nötig wären. Ich finde es deshalb klasse, dass gerade Schüler des Einzelhandels diese Aktion durchführen, denn die haben in ihren Geschäften täglich die Chance, Müllproduktion und Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken und sind daher auch Multiplikatoren“, lobte Wallmann das Engagement der Schüler.

Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Caroline Hoffmann und Sandy Hergenhan hatten sie erarbeitet, wie man nachhaltiger mit Lebensmitteln umgeht und die Ergebnisse für die Supermarktkunden gut sichtbar aufgeschrieben. Planvoll einkaufen und übriggebliebene Reste verwerten sind dabei nur zwei Forderungen der Schüler.

Wer mit dem Einkaufszettel zum Supermarkt geht und sich damit vorher Gedanken macht, was er wirklich braucht, vermeidet unnötige Käufe und damit das Risiko, schlecht gewordene Lebensmittel später wegwerfen zu müssen. So spart man nicht nur Müll, sondern auch noch Geld. Um die Menschen zusätzlich zum Thema „Lebensmittel im Müll“ zu sensibilisieren, haben die Schüler einen Fragebogen entwickelt.

In fünf knappen Fragen sollen die Kunden schätzen, wie viel Kilogramm jeder Deutsche im Durchschnitt wegwirft und über ihr eigenes Wegwerfverhalten Auskunft geben. Welche Lebensmittel werden weggeworfen, wie oft, warum und wie werden sie entsorgt, wollen die Schüler wissen. Das Resümee dieser Umfrage wird Anfang Dezember mitgeteilt, die Resonanz der Menschen aber fällt schon jetzt durchweg positiv aus.

„Wir haben zu wenig Fragebögen gedruckt, die Menschen geben bereitwillig Auskunft und loben unsere Initiative“, sagt Schülerin Lisa Bungert. An einem Stand verkostet die Klasse dann auch noch abgelaufenen Joghurt, von Zeuch gestiftet. „Damit weisen wir auf das Thema Mindesthaltbarkeit hin“, erklärt Klassenlehrerin Hergenhan.

Von Wolfram Skupio

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