Chance für den ländlichen Raum 

Abgeordneter Knut John: „Möglichkeiten der Region nutzen“

Knut John setzt auf die Stärken des ländlichen Raums: Der Sozialdemokrat, Eschweger Stadtverordnete und Landtagsabgeordnete will die Möglichkeiten der Region viel stärker nutzen.
+
Knut John setzt auf die Stärken des ländlichen Raums: Der Sozialdemokrat, Eschweger Stadtverordnete und Landtagsabgeordnete will die Möglichkeiten der Region viel stärker nutzen.

Für den SPD-Landtagsabgeordneten Knut John zeigen die Erfahrungen aus der Corona-Krise, dass die Möglichkeiten der ländlichen Region in Zukunft viel stärker genutzt werden müssen. 

„Wir sind nicht der Patient der Ballungsräume“, sagt John, „im Gegenteil: Wir können ganz anders mit solchen Ausnahmesituationen umgehen, viel schneller und wirkungsvoller darauf reagieren.“ Diese kleinen Einheiten würden den Menschen Sicherheit geben. Aber das werde nicht verstanden.

„Bayern macht vor, wie die Dezentralisierung funktioniert“, sagt John. Landesbehörden würden in Regionen abseits von Ballungsräumen angesiedelt. In Hessen wurden zuletzt eine zentrale Informationsstelle der Justiz in Eschwege eingerichtet und die Erweiterung des Finanzamtes Eschwege um die Grundsteuer-Bewertungsstellen angekündigt.

Provinz benötigt eine Umstrukturierung 

Nach Ansicht Johns ein erster Schritt. Der Landtagsabgeordnete befürchtet allerdings im Zuge des Ausbaus des Finanzamtes in Eschwege die Aufgabe des Standortes in Witzenhausen. „Das befürchte ich für den Fall, dass Eschwege gestärkt wird“, sagt er.

Die Provinz benötigt nach Auffassung Johns eine ganz klare Umstrukturierung und mit großem Aufwand verbundene Revitalisierung vor allem der Innenstädte. „Nur so können die Stadtzentren überleben“, sagt der Sozialdemokrat. 

„Und da sind ein bisschen Geld und ein paar Förderbescheide viel zu wenig.“ Gerade jetzt müssten die Menschen Anreize finden, neue Lust bekommen, wieder in den Einzelhandel zu gehen. „Die Innenstädte brauen eine ganz neue Inszenierung“, sagt John, „da hilft uns ein verkaufsoffener Sonntag gar nichts.“

Knut John: "Eschwege braucht einen Campus"

 Sicherheit, Sauberkeit, Straßengastronomie, Aufenthaltsqualität nennt er als wichtige Faktoren für ein funktionierendes Stadtzentrum.

Und John sieht jetzt den richtigen Zeitpunkt für ein weiteres Großprojekt für Eschwege gekommen: „Wir brauchen einen Campus.“ Das Woelm-Areal sei das ideale Gelände für ein solches Vorhaben. Medien sieht er als Thema. „Wir haben bereits das Medienwerk als Basis“, so John. 

Landarztausbildung ist ebenfalls vorstellbar

Die Landarzt- oder Apothekerausbildung könne er sich ebenfalls vorstellen. „Wir könnten auch in exotischen Bildungsgängen fischen. Und es muss nicht unbedingt eine akademische Ausbildung sein, sondern darf gern auch eine Stufe darunter sein.“

Ein weiteres Thema: Tourismus. Viele Menschen würden gerade jetzt im eigenen Landverreisen wollen. Gleichzeitig würde Gastronomie wegbrechen. Übernachtungskapazität gehe verloren. Hier gelte es gegenzusteuern. „Wir müssen etwas tun, weil die Betriebe in Gefahr sind“, sagt Knut John.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare