Geschenke kommen mit Gabelstapler

Für abgesagte Weihnachtsfeiern lassen sich große Eschweger Betriebe Alternativen einfallen

Die Älteren werden sich erinnern: In der Vergangenheit kam man sich auf Weihnachtsfeiern nahe und näher. In diesem Jahr haben die Firmen in der Region die Feiern abgesagt.
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Die Älteren werden sich erinnern: In der Vergangenheit kam man sich auf Weihnachtsfeiern nahe und näher. In diesem Jahr haben die Firmen in der Region die Feiern abgesagt.

Die klassischen Weihnachtsfeiern fallen in diesem Jahr in allen Betrieben der Region aus. Trotzdem lassen die Firmen den Mitarbeitern in den meisten Fällen eine Aufmerksamkeit zukommen.

Eschwege – Wir haben uns in den großen Betrieben umgehört.

Präwema

Die Weihnachtsfeier gehört neben dem Sommerfest zu den Höhepunkten für die Belegschaft. Alle 340 Mitarbeiter treffen sich im Dezember in der Regel im Kasino von Pacoma, „In diesem Jahr haben wir schweren Herzens abgesagt“, sagt Rehbein, die in normalen Jahren dieses Fest organisiert. Stattdessen haben sie bei Barth-Feinkost in der Nachbarschaft ein internationales Präsentpaket bestellt. Parmesan, spanischer Chorizo, italienischer Prosecco und Südtiroler Speck sind dabei. Dazu gibt es einen Thermobecher für den Kaffeeautomaten in der Firma. Am 14. und 15. Dezember werden die wertvollen Pakete mit dem Gabelstapler angeliefert.

Sahm

Auch die Firma Sahm schnürt ein Paket für die Mitarbeiter. „Was drin ist, ist eine Überraschung“, sagt Heike Kollmann aus dem Marketing. Das Überraschungspaket steht im Zeichen von Weihnachten und dem 75-jährigen Betriebsjubiläum gleichermaßen. Auch diese Feier musste in abgesagt werden. Das Überraschungspaket für die Mitarbeiter wurde mit Waren von Händlern aus der Region bestückt.

Suet

Die Firma Suet bringt die Weihnachtsfeier in die eigenen vier Wände der Beschäftigten. Ein Gastronom aus dem Meißnervorland liefert den Gänsebraten auf das Firmengelände. Abgepackt bekommt jeder der 150 Mitarbeiter zwei Portionen Gans, Soße, Rotkohl und Klöße mit nach Hause. „Das ersetzt keine Weihnachtsfeier, unterstützt aber die heimische Gastronomie ein wenig“, sagt Jens Hemmer von der Firma Suet.

Klinikum

Im Klinikum Werra-Meißner, mit seinen rund 1100 Mitarbeitern an verschiedenen Standorten im Kreis einer der größten Arbeitgeber der Region gibt es grundsätzlich keine zentrale Weihnachtsfeier. „Normalerweise wird abteilungsintern gefeiert, dieses Jahr fällt das aber natürlich wegen der Pandemie aus“, sagt Unternehmenssprecher Florian Künemund. Das Klinikum unterstützt jährlich Betriebsausflüge. Weil auch das dieses Jahr nicht möglich war, wurde das Budget auf das nächste Jahr übertragen.

Sparkasse

Für die Sparkasse gehört die Weihnachtsfeier zum guten Ton, um sich bei den Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit im laufenden Jahr zu bedanken – entweder bei gutem Essen mit den Partnern im Veranstaltungsbereich oder draußen beim Wintergrillen auf dem Sparkasseninnenhof. „In diesem Jahr sind sowohl das Betriebsfest im Sommer und auch die Weihnachtsfeier der Pandemie zum Opfer gefallen“, sagt Unternehmenssprecher Lutz Römer. An einer Alternative wird gerade gefeilt. Spruchreif sei sie momentan noch nicht.

Schreiben Sie uns: Sie haben in ihrem Betrieb oder ihrem Verein auch eine gute Alternative für die Weihnachtsfeier gefunden? Dann melden Sie sich: redaktion@werra-rundschau.de (Tobias Stück)

So reagiert die Gastronomie auf ausgefallene Weihnachtsfeiern

Für Gastronomen wiegt der Ausfall der Weihnachtsfeiern besonders schwer. „Wir müssen abwarten, was die Politik heute entscheidet, sehen aber schwarz für Weihnachtsfeiern“, sagt Elke Volkmar vom Landgasthaus Zum Stern in Langenhain. Vorsorglich wurden alle Feiern abgesagt, obwohl schon einige im Terminbuch vermerkt waren. Der festliche Saal mit Platz für rund 100 Gäste wird in diesen Wochen leer bleiben. „Wer im kleinen Kreis feiern möchte, kann sich sein Essen bei uns gerne abholen“, sagt Volkmar. Das gilt auch für die Festtage im Kreise der Familie. Besonders beliebt ist am Heiligabend die Hausmacher Bratwurst aus der eigenen Schlachtung. Aber auch den klassischen Gänsebraten hat Koch Frank Volkmar im Angebot.

Im Landgasthaus Schindewolf in Frankershausen geht man schon jetzt davon aus, in diesem Jahr nicht mehr zu öffnen und hat das Sortiment umgestellt. Neben dem Abholservice gibt es die Gans aus der Box. Gänsebraten und Beilagen werden für bis zu vier Personen vakuumiert angeboten – auch Firmen aus der Region haben die Idee bereits angenommen. Die Verbraucher brauchen zu Hause nur einen Backofen und zwei Töpfe mit heißem Wasser.

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