Eid unter Coronabedingungen

Abstand statt Fackelschein: Vereidigung bei der Bundespolizei in Eschwege

Leisten ihren Eid auf die Fahne der Bundesrepublik Deutschland ab: 221 Polizeischüler wurden am Freitagmorgen in Eschwege vereidigt.
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Leisten ihren Eid auf die Fahne der Bundesrepublik Deutschland ab: 221 Polizeischüler wurden am Freitagmorgen in Eschwege vereidigt.

Eschwege - Nieselregen auf dem Sportplatz statt Fackelschein auf dem historischen Marktplatz der Kreisstadt.

Die Vereidigung der neuen Polizeischüler der Bundespolizei hat gestern nicht in dem feierlichen Rahmen der vergangenen Jahre stattgefunden. Eschwege Aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln hat die Bundespolizei sich für eine Zeremonie unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Aus- und Fortbildungszentrum an der Langemarckstraße entschieden.

Insgesamt stellten sich 221 Polizeischüler mit dem gebührenden Abstand und den vorgeschriebenen Hygienevorschriften dem Eid.

Von der diesjährigen Märzeinstellung des Polizeimeisterlehrgangs ESW 20 I haben 49 Anwärter, davon 34 Männer und 15 Frauen, den Eid geschworen. Vom ESW 20 II, die im September eingestellt wurden, wurde 45 männliche und 25 weibliche Anwärter vereidigt. Vom Studienjahrgang 77. SJ – auch im September eingestellt – waren 102 Polizeischüler, davon 77 Männer und 25 Frauen dabei.

Die Feierstunde begann mit einer ökumenischen Andacht, die durch Seelsorger der Bundespolizei, Pfarrer Martin Drusel aus Frankfurt und Pater Andreas Bröckling aus Fuldatal, gehalten wurde. Das Bundespolizeiorchester Hannover hat mit einem kleinen Ensemble unter der Leitung von Harald Frey ein Stück dazu beigetragen, dass auch diese Vereidigung für die Anwesenden unvergessen bleibt, wie es vonseiten der Bundespolizei heißt.

Mit Abstand und Maske: 156 Männer und 65 Frauen wurden von Polizeidirektor und Dienststellenleiter Dr. Alexander Hofsommer „Auf der Rinne“ vereidigt.

Nach der Andacht folgte das erste Musikstück „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Anschließend übernahm der Präsident der Bundespolizei-Akademie, Präsident Alfons Aigner, die Festrede.

Der örtliche Personalrat, vertreten durch Polizeihauptkommissar Carsten Daube, und die Vertreter der zu vereidigenden Polizeimeisteranwärter Lukasz Peszka (ESW 20 I) und Polizeikommissaranwärterin Natalie Utgenannt (77. SJ) richteten noch einige Worte an die Polizeischüler, bevor der Dienststellenleiter, Polizeidirektor Dr. Alexander Hofsommer, die Vereidigungszeremonie übernahm und die Dienstanfänger ihren Eid schworen.

„Da die Vereidigung einmal im Jahr zum Stadtbild dazugehört, hoffen wir sehr, dass die Vereidigung 2021 wieder im gewohnten Rahmen und öffentlich auf dem Marktplatz in Eschwege mit Angehörigen, Freunden, Gästen und interessierten Eschwegern stattfinden kann“, sagte Hofsommer gegenüber unserer Zeitung. (ts)

Seit 67 Jahren mit Eschwege eng verbunden

Seit 67 Jahren ist die Bundespolizei (vormals Bundesgrenzschutz) in Eschwege in der ehemaligen Hindenburgkaserne „Auf der Rinne“ beheimatet. Im September 1953 zogen hier die ersten Grenzzschützer unweit der ehemaligen innerdeutschen Grenze ein. Mit Fall des Eisernen Vorhangs kamen Gerüchte auf, den Standort Eschwege zu schließen. Mit der Umwidmung in ein Aus- und Fortbildungszentrum waren diese Gerüchte vom Tisch. Heute arbeiten hier über 350 Menschen.

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