Abstimmungsbetrug bei Umweltschutzpreis

Green-Tec-Award: Eschweger Jäger nachträglich zum Sieger gekürt

Eschwege. Durch einen aufgedeckten Manipulationsversuch wurde der Jagdverein Hubertus Eschwege jetzt nachträglich zum Gewinner des WWF-Sonderpreises beim Green-Tec-Award 2015 bestimmt.

Der ursprünglich Erstplatzierte – ein Projekt des Naturschutzbundes (Nabu) Berlin zur Renaturierung des Flughafensees Tegel – hatte sich kurz vor Ende des Wettbewerbs in der Online-Abstimmung mit wenigen Stimmen durchgesetzt. Jetzt kam heraus, dass die Stimmen für den Sieger manipuliert waren.

WWF-Sprecher Roland Gramling bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung die Manipulation der Abstimmung. Sie sei der IT-Abteilung bei einer Kontrolle aufgefallen. Der Fall sei dann von einer Schiedsstelle bestehend aus einem Anwalt, einem WWF-Vertreter und einem Mitarbeiter des mit der Kontrolle der Abstimmung beauftragten TÜV beraten worden. Ergebnis: Der Nabu Berlin wurde disqualifiziert. Ob der Bewerber selbst Urheber der Manipulation war, Freunde oder Feinde des Projekts die Stimmabgabe verzerrt hätten, könne man nicht feststellen, so Gramling. Daher gibt es auch keine Strafe.

Eine Woche vor dem Ende der Abstimmung hatte das Wildkatzenprojekt des Jagdvereins Hubertus Eschwege noch mit zehn Prozentpunkten vor der Initiative des Nabu Berlin geführt. „In den letzten Tagen vor Abstimmungsende hatte die Konkurrenz enorm aufgeholt und uns in den wenige Stunden vor Schluss überholt“, sagt der Sprecher des Jagdvereins, Dr. Jörg Brauneis. Der Jagdverein freue sich jetzt über die Anerkennung. „Ein schöner Erfolg für den Kreis und die Jägerschaft.“

WWF-Sprecher Gramling zeigte sich überrascht von dem Vorfall: „Es lohnt sich eigentlich nicht, den Wettbewerb zu manipulieren“, sagt er. Schließlich sei der Preis nicht hoch dotiert, der Lohn sei lediglich öffentliche Anerkennung für das Projekt.

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