Unternehmer werden mit einem lokalen Branchenbucheintrag in die Abo-Falle gelockt

Abzockversuche per Spam-Fax

Tückisch: Mit Schreiben wie diesen versuchen zweifelhafte Firmen Geschäfte zu machen. Foto: Michaelis

Werra-Meißner. Aktuell machen Spam-Faxe des „Branchenbuchs Witzenhausen und Umgebung“ die Runde bei örtlichen Unternehmen. Auch der HNA-Redaktion flatterte eins ins Haus. Unterschreiben und zurücksenden sollte man ein solches Fax aber besser nicht, sonst wird es richtig teuer.

Denn hinter der Firma Branchen-Local steckt trotz optisch ähnlicher Aufmachung kein seriöser Anbieter wie der bekannte Gelbe-Seiten-Verlag, sondern die Firma Lexfati S.R.L.. Geschäftsführer ist ein Lascu Serghei, der die Internetseite branchen-local.com betreibt. Die Lexfati S.R.L. gibt in ihrem Fax eine moldawische Adresse an, vermutlich eine Briefkastenanschrift. Denn die Fax-Nummer, an die eine Rücksendung erfolgen soll, ist aus London. Im Internet wird vor der Lexfati S.R.L. in zahlreichen Foren gewarnt, immer wieder ist dabei von Abzocke und Täuschung die Rede.

Die Masche ist schnell erklärt: Der Absender gibt vor, das offizielle Branchenbuch zu sein. Der Empfänger, der angeblich einen kostenlosen Online-Standard-Eintrag besitze, solle nur seine bereits vorhandenen Daten bestätigen oder korrigieren. Im Korrekturfeld werden dann oft fehlerhafte oder lückenhafte Angaben gemacht, zum Beispiel ein Teil der Telefonnummer weggelassen.

Bloß nicht unterschreiben

Jetzt kommt der Trick: Mit einer Unterschrift bestätigt man nämlich nicht bestehende oder korrigierte Daten für einen kostenlosen Standard-Eintrag. Dem Kleingedruckten ist statt dessen zu entnehmen, dass mit der Unterschrift und Rücksendung ein Vertrag für einen Premium-Eintrag abgeschlossen wird, der pro Jahr 960 Euro plus Mehrwertsteuer kostet und eine Laufzeit von drei Jahren hat.

Ein Rücktrittsrecht wie ein normaler Verbraucher hat ein Gewerbetreibender nicht. Wer in der Hektik des Alltagsgeschäfts auf den Schwindel hereinfällt und unterschreibt, sitzt erstmal in der Falle. Und da der Betrag im Voraus fällig ist, wird der Unterzeichner im Nachgang schnell mit Mahnungen und Forderungen von Inkasso-Firmen überzogen.

Auch das IHK-Servicezentrum Werra-Meißner kennt den Adressbuchschwindel und hat extra ein Merkblatt für Unternehmer herausgegeben, das auf der Internet-Seite www.ihk-kassel.e abrufbar ist. Einfach ins Suchfeld das Stichwort „Adressbuchschwindel“ eingeben, um die wichtigsten Tipps nachzulesen. Artikel Links

www.ihk-kassel.de

Von Kathrin Bretzler

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