Achtklassspiel der Waldorfschule: Mordsspaß bei Keine Lust auf Mord

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Immer unzufrieden ist (rechts) Theaterdirektor Edmondo (von Lasse Eyser gespielt). Er will Leichen im Stück, sein Autor Werner aber ist eher romantisch veranlagt. 

Die Schüler der 8. Klasse der Freien Waldorfschule haben bei ihrem Achtklassspiel ein turbulentes Stück auf die Bühne gebracht: Mordsspaß bei Keine Lust auf Mord

Eschwege – Autor Werner ist verzweifelt, ebenso wie Theaterdirektor Edmondo dauerhaft unzufrieden ist. Denn er (perfekt mürrisch von Lasse Eyser gespielt) will einen Verkaufsschlager in seinem Haus – und zu dem gehört nun mal eine Leiche. Aber Werner, dargestellt von Marcelino Diebjeck, ist eher romantisch veranlagt. Das gesamte Ensemble versucht, dem unglücklichen Schriftsteller zu helfen, was zu nichts anderem führt als zu einem großen Chaos, das reichlich Unterhaltungswert bietet und für häufigen Szenenapplaus sorgte.

Mit viel Komik

Mit dem Stück „Ein Mords-Spaß oder Keine Lust auf Mord“ hat die achte Klasse der Eschweger Waldorfschule ein schräges und buntes Stück mit viel Potenzial zu gewollter und unfreiwilliger Komik am Donnerstagabend im Saal des Alten Bahnhofs auf die Bühne gebracht.

Auf der Bühne liegt ständig eine Leiche, mal Bella (Josi Iba) als üppige Schönheit, der immer langweilig wird, denn so anspruchsvoll ist das Leichespielen nicht – mal ist es der Hofnarr (Leonie Pfeiffer), die herzzerreißend traurig verschiedene Arten des Strebens anbietet, wie „im Schlaf vom Tod überrascht werden“, und auf der Bühne schnarcht wie eine Kreissäge, oder „vom Tod überrascht wird“ und tot daniedersinkt. Doch nichts kann den Direktor zufriedenstellen und der junge Werner gibt sich seinen literarischen Träumerein hin, die stets in Gestalt von Shaekspeares Hamlet – großartig im Orginial deklamiert von Laynee Wiedermann – plötzlich auf der Bildfläche erscheinen.

Für komische Momente sorgen auch die beiden Polizisten Eckstein und Chilli (Fin Rasch und Birk Niebisch), die bei den rumliegenden Leichen immer einen Fall wittern, doch dann fürchtet sich Chilli und springt bei seinem Kollegen auf den Arm.

Dem Chef kann man nichts recht machen 

Obwohl das gesamte Ensemble versucht, dem mürrischen Chef was anzubieten, bleibt der weiter unzufrieden und bringt so letztendlich seine Crew aus Piraten, Bühnenarbeitern, dem Gärtner, der jeden Mord gesteht, und zwei gedungene Mörder gegen sich auf. Auto Werner lässt „allen Mist aus seinem Kopf“ und der Direktor nimmt den Hut und kündigt. Fazit der Truppe: Zusammen sind wir stark – Vorhang.

Zehn Wochen geprobt

Zehn Wochen hat die Klasse im Rahmen des sogenannten Achtklassspiels, das fest zum Lehrplan der Waldorfschule gehört, mit Lehrern und Theaterpädagogen geprobt, drei Wochen davon in täglichen Intensivproben.

Die Jugendlichen haben viel Engagement gezeigt, doch das Potenzial des komischen und verrückten Stückes nicht ausgeschöpft. Dennoch war das Publikum begeistert, konnte die Höhepunkte genießen und die kleinen Schwächen der Truppe tolerieren und belohnte mit spontanem Applaus.(salz) 

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