Werra-Meißner-Kreis plant, ältere Menschen mit Gemeindeschwestern zu unterstützen

Der Werra-Meißner-Kreis plant, künftig sogenannte Gemeindeschwestern flächendeckend zum Einsatz zu bringen. Eine Gemeindeschwester solle ältere Menschen im eigenen Zuhause stärken.

„Einen entsprechenden Antrag zur Förderung durch das Land Hessen haben wir jüngst gestellt und hoffen auf Unterstützung“, teilt Landrat Stefan Reuß mit.

Eine Gemeindeschwester solle ältere Menschen zu Hause besuchen und sich ein Bild von der Versorgungssituation verschaffen, um anschließend in enger Abstimmung mit den Betroffenen Unterstützungsleistungen anzuregen und zu koordinieren. Auf diese Weise solle sie Menschen in ihrer persönlichen Lebenssituation stärken, dazu beizutragen, eine Vereinsamung im Alter zu vermeiden und für eine möglichst langwährende Selbstständigkeit sorgen. Darüber hinaus könne das Programm die hausärztlichen Praxen entlasten.

„Unterstützt wird das Vorhaben des Kreises durch das Ärztebündnis Werra-Meißner, das neu gegründete Netzwerk Gesunder Werra-Meißner-Kreis sowie das interkommunale Gesundheitsversorgungszentrum Sontra“, ergänzt Jörg Klinge, Pressesprecher des Kreises. Insgesamt sechs Gemeindeschwestern mit Vollzeitstellen seien für den Landkreis mit seinen rund 100 000 Einwohnern vorgesehen. „Die Zahl der beim Land beantragten Stellen folgt eigenen räumlichen Analysen, unter anderem für die ambulante medizinische Versorgung“, erklärt Jörg Klinge. Der Verantwortungs- und Wirkungsbereich der Gemeindeschwestern liege jeweils in einem definierten Sozialteilraum. Jeder dieser Teilräume umfasse zwischen 13 000 und 30 000 Einwohner.

„Eine sehr wirksame Stärkung des ländlichen Raums“ erhofft sich Landrat Stefan Reuß von dem Vorhaben. Schließlich sei der Bedarf hoch: Das Durchschnittsalter der Bevölkerung im Kreis werde von 47 Jahren (2017) auf voraussichtlich 49,9 Jahre (2030) steigen. „Der Anteil der ab 65-Jährigen wird bis 2030 auf über 32,3 Prozent der Gesamtbevölkerung anwachsen“, sagt der Landrat.

Es sei weiterhin abzusehen, dass in Zukunft nicht alle frei werdenden Hausarztsitze nachbesetzt würden – „und der Nachbesetzungsbedarf ist auch hier immens“, sagt Stefan Reuß. 

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