Hohe Sicherheitsstandards in den Praxen

Ärzte halten Versorgung aufrecht - Patienten fragen weniger nach Terminen

Bei einer Behandlung im April vergangenen Jahres: Dr. Daniel Dietrich (links) bei einer Lachgas-Behandlung mit einer Mitarbeiterin. Der Mundschutz gehört nicht erst seit der Coronakrise zur Grundausstattung.
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Bei einer Behandlung im April vergangenen Jahres: Dr. Daniel Dietrich (links) bei einer Lachgas-Behandlung mit einer Mitarbeiterin. Der Mundschutz gehört nicht erst seit der Coronakrise zur Grundausstattung.

Viele Arztpraxen reduzierten ihre Sprechzeiten, andere haben ganz geschlossen – zum Teil, weil das wegen der Osterferien ohnehin geplant war, aber auch wegen der aktuellen Lage.

Einige Mediziner halten an ihren üblichen Öffnungszeiten fest. Der Eschweger Hausarzt Dr. Stephan Sundheim hat sogar den geplanten Osterurlaub gestrichen. „Wir stehen unseren Patienten in der Krise zur Verfügung“, sagt er. Die Nachfrage nach Terminen habe allerdings nachgelassen.

Die Patienten, die in die Praxis kommen, werden auf Abstand gehalten. Dr. Sundheim hat die Sitzplätze im Wartezimmer reduziert. Bei den Hausärzten am Bahnhof in Eschwege wird die Zwei-Meter-Abstand-Regelung strikt eingehalten wo immer das machbar ist – insbesondere natürlich im Wartezimmer. 

Ärzte bieten spezielle Infektsprechstunden an

Darüber hinaus gibt es spezielle Infektsprechstunden. „Wir wollen die Patienten trennen“, sagt Dr. Bernd Heinemann. Schildert der Patient bei der telefonischen Terminvergabe Atemwegsbeschwerden und ergibt sich ein Coronaverdacht, gelten deutlich erweiterte Sicherheitsstandards und eine strikte Trennung von der übrigen Praxis. 

Der Patient betritt die Praxis durch einen separaten Eingang, gelangt in ein eigens dafür eingerichtetes Behandlungszimmer. Der Arzt trägt spezielle Schutzkleidung. Auch hier gilt: möglichst wenige Patienten. „Manche Dinge gehen auch telefonisch“, sagt Dr. Heinemann.

Termine werden so getaktet, dass keine Wartezeit entsteht

In der Zahnarztpraxis am Wolfsgraben in Eschwege werden die Patienten nach Möglichkeit direkt von der Anmeldung in die Behandlungszimmer durchgeleitet. „Die Termine werden so getaktet, dass keine Wartezeiten entstehen“, sagt Zahnarzt Dr. Daniel Dietrich. 

Während der Behandlung schützen die ohnehin hohen Sicherheitsstandards. Die üblichen Öffnungszeiten wurden beibehalten. Momentan würden verstärkt neue Patienten um Termine bitten. Das könne mit reduzierten Öffnungszeiten anderer Praxen zusammen hängen, so Dr. Dietrich.

Auch wenn aufschiebbare Behandlungen durchaus auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden könnten, sei es gerade jetzt wichtig, an umfangreichen Sprechzeiten festzuhalten. „Das werden wir auch tun, solange die Rechtslage das zulässt“, sagt Dr. Dietrich. Sein Kollege Dr. Jörg Hoffmann hat ebenfalls „ganz normal geöffnet“. 

"Es ist ruhig, die Nachfrage ist geringer"

Der Wanfrieder Zahnarzt sieht in diesen Tagen allerdings geringeren Bedarf. „Es ist ruhig, die Nachfrage ist geringer“, sagt er. Im Wartezimmer darf stets nur ein Patient sitzen. Kommen mehr zeitgleich, werden sie gebeten, vor der Praxistür zu warten.

Augenarzt Dr. Jens Haase hat erheblich weniger zu tun, obwohl er die Urlaubsvertretung für Kollegen übernommen hat. „Wir versuchen, die Behandlungen zu reduzieren“, sagt er, „gerade ältere Menschen sollten nur in die Praxis kommen, wenn das Risiko gerechtfertigt ist.“ 

Während der Notfallsprechstunden sei er für dringende Fälle da und es werde alles getan, um die Patienten zu schützen.

Von Harald Sagawe

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