Jörg Meuthen hielt Rede 

AfD-Treffen in Rotenburg: Mutbürger gegen Schatzsuchende

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Gemeinsam unterwegs im Wahlkampf: Der AfD-Bundestagskandidat Stefan Wild im Gespräch mit dem Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen kurz vor der Veranstaltung im Rotenburger Hotel Rodenberg.  

Rotenburg. Zum Thema "Politik für Deutschland" hat am Montagabend der Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen, bei einer Wahlkampfveranstaltung im Hotel Rodenberg in Rotenburg gesprochen.

Zudem hat sich der Direktkandidat des Wahlkreises für die Bundestagswahl, Stefan Wild, mit seinen politischen Zielen vorgestellt. Gegen die Veranstaltung protestiert hatte das Bündnis "Bunt statt braun". 

Hellblaue Holzvertäfelung, rote Stuhlpolster – ein Veranstaltungssaal in den Parteifarben. Wie passend für die AfD, die hier im Rotenburger Hotel Rodenberg ihr Programm und ihren Kandidaten für die Bundestagswahl vorstellen will. Und doch ist das Ambiente ein Zufall.

Etwas dem Zufall zu überlassen ist eigentlich nicht die Sache von Jörg Meuthen. Der zweite Bundessprecher neben Frauke Petry ist der Stargast des Abends. In seiner einstündigen Rede ist jedes Wort sorgfältig gewählt, er spielt mit den Vokabeln und erntet immer wieder Zwischenapplaus der etwa 140 Zuhörer.

Meuthen greift die Schlagwörter, die die Partei umgeben, auf, erklärt, rechtfertigt und attackiert in einem fort. Die AfD habe nicht generell etwas gegen Flüchtlinge, sagt er. Denn davon gebe es nur wenige, das Wort sei falsch. Vielmehr kämen doch Schutzsuchende nach Deutschland, die eigentlich Schatzsuchende seien, deren einziges Ziel die Vermehrung ihres Wohlstands sei. Die Anhänger der Partei seien keine Wutbürger, sondern Mutbürger. Das Spiel mit diesen Begriffen zieht sich durch den Abend, Meuthen beherrscht es.

Nur wenige Stühle blieben frei. Etwa 140 Zuhörer waren der Einladung der AfD gefolgt.

Die wiederkehrenden Vorwürfe gegen seine Partei, der 56-Jährige kehrt sie um. „Die Populisten sind nicht wir, sondern die etablierten Parteien mit ihrer Phrasendrescherei“, ruft er seinen Anhängern entgegen, die johlen. Angriffe gegen andere Parteien fährt Meuthen zur Genüge, er bezeichnet sie fortwährend als „Kartellparteien“. Bundesjustizminister Heiko Maas gehöre seiner Meinung nach unter Verfassungsschutzbeobachtung, den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz nennt er Kim-Jong Schulz, in Anlehnung an den nordkoreanischen Diktator.

Über die eigenen Inhalte redet Meuthen erst spät und das knapp. „Wegen der schon fortgeschrittenen Zeit“ verweist er auf das Wahlprogramm, fordert aber ein anderes Asylrecht, geschlossene Grenzen und eine andere Währungspolitik. Auch die Bundeswehr müsse wieder so gestärkt werden. „Wir sind nicht mehr in der Lage, uns zu verteidigen“, sagt er. Ziel für die Wahl müsse Platz drei hinter CDU und SPD sein.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte sich Stefan Wild als Bundestagskandidat für den Wahlkreis Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner vorgestellt. Er ist seit November 2015 in der AfD und habe dort nur weltoffene und keine rechtsradikalen Menschen kennengelernt. Er hob die seiner Meinung nach große Fachkompetenz innerhalb der Partei heraus. „Allein aus dem hessischen Landesverband könnte man alle Ministerposten besser besetzen“, sagte der 56-Jährige. Der Wind, er stehe gut für die AfD. Lokale Themen für seinen Wahlkampf griff Wild in seiner kurzen Rede nicht auf.

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