Wöchentliche Beratung

Willkommensagentur Kompass in Eschwege nimmt Fahrt auf

Blick auf die Werra, die durch Eschwege fließt und den Stadttteil Brückenhausen.
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Ankommen, Zurückkommen, Bleiben, Pendeln: Alle Neubürger bekommen jetzt solch einen Flyer mit Angeboten der Willkommensagentur mit Sitz an der Werra in Eschwege.

Die Agentur Kompass, die vor 100 Tagen angetreten ist, um Menschen zu beraten, die in die Region zurückkehren oder neu ankommen, zu unterstützen, musste wegen Corona umdenken - eine Bilanz.

Eschwege - Katrin Kunert und Michaela Schmidt haben aus der Not erst mal eine Tugend gemacht. Denn die Coronakrise war f��r eine Organisation, die auf Netzwerke angewiesen ist, eine Katastrophe. Deswegen haben sie sich in den ersten Wochen der Agentur Kompass auf die Konzeptarbeit im Hintergrund konzentriert und ihr Co-Working-Space-Modell aufgebaut. „Das ist richtig gut angelaufen“, sagt Dr. Michaela Schmidt.

Arbeitsplatzteilung

Fünf feste Arbeitnehmer haben derzeit einen Platz in den modernen Büroräumen an der Eschweger Mangelgasse. In einem Online-Kalender ist der Wochenplan hinterlegt, wer wann einen der bis zu vier Arbeitsplätze nutzt. „Manche suchen den Kontakt zu anderen, andere wollen lieber ungestört arbeiten“, erzählt Katrin Kunert. Für jeden gibt es ein Angebot in der Bürogemeinschaft, die man 24 Stunden, sieben Tage die Woche nutzen kann. In erster Linie sind es Freiberufler wie Programmierer oder ein Finanzdienstler aus dem gesamten Werra-Meißner-Kreis, die das Angebot nutzen. Aber auch ein Unternehmer aus Berlin kommt nach Eschwege, um hier zu arbeiten.

Die Hemmschwelle, sich hier einen Platz zu reservieren, sei niedrig, sagt Michaela Schmidt. Die Nutzer erwartet ein aufgeräumter Schreibtisch, in einem Spind können sie ihre Utensilien deponieren. Das Konzept bereichere die Arbeit der Freiberufler. Sie können sich austauschen und vernetzen. Die Arbeitsplatzteilung soll ausgeweitet werden. Noch sind Kapazitäten frei. „Wir würden gerne wachsen“, sagt Michaela Schmidt. Wenn das Medienwerk in seine neuen Räume umzieht, könnte noch mehr Platz entstehen.

Etwa eine Beratung von Neuankömmlingen und Rückkehrern leisten Michaela Schmidt und Katrin Kuhnert pro Woche. Die Altersstruktur ist unterschiedlich. Sowohl junge Menschen, die nach der Ausbildung zurückkehren wollen, als auch Familien oder Menschen kurz vor oder im Rentenalter wurden in den vergangenen Monaten informiert. Sie stellen Fragen nach Jobs, Wohnungen und Häusern oder wollen wissen, was die Region zu bieten hat. Genauso kommen Menschen aus dem Werra-Meißner-Kreis zu den beiden Agenturchefinnen, die neue Ideen für den Werra-Meißner-Kreis vorstellen möchten.

Netzwerk

Hier holen die Frauen gerade nach, was durch Pandemie und Lockdown nicht möglich war. Sie stellen sich bei Verbänden, Kommunen und Multiplikatoren vor. „Unsere Nachbarn aus Kulturfabrik und Medienwerk helfen uns sehr“, sagt Marketingbeauftragte Katrin Kunert. Persönliche Kontakte seien aber das A und O und die seien nur begrenzt möglich. Ideen wie das Frühstück für Neubürger oder After-Work-Treffen können nicht umgesetzt werden. Ab Oktober ist die Agentur Kompass Teil der Willkommenspakete, die jede Kommune ihren Neubürgern zukommen lässt.

Auch mit anderen Willkommensagenturen tauscht sich Kompass aus. In der Nähe gibt es aber wenig Vergleichbares. Die nächsten sind im Schwalm-Eder-Kreis und im Kreis Waldeck-Frankenberg.

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