Kompass - Agentur für die Neuen im Kreis

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Raum für kreative Ideen: (von links) Katrin Kunert und Dr. Michaela Schmidt haben mit der Agentur Kompass das Dachgeschoss des neuen Open-Flair-Hauses an der Werra bezogen. Von der Dachterrasse haben sie einen Blick über Werra und Innenstadt.

Eine neue Agentur "Kompass" gibt Neubürgern und Rückkehrern Orientierungshilfen rund um Familie, Freizeit und Arbeit. 

Werra-Meißner. Wer gibt mir eine Orientierungshilfe, wenn ich neu in den Kreis ziehe, nach der Ausbildung zurückkomme oder meinen beruflichen Lebensmittelpunkt zwischen Werra und Meißner verlagere. Antworten gibt ab sofort die Agentur Kompass. Hier findet eine individuelle Beratung und Begleitung beim Ankommen statt. Das betrifft alle Fragen für Familie, Freizeit, Wohnen und Arbeiten. Die Idee zu Kompass Werra-Meissner wurde von regionalen Akteuren in einem gemeinsamen Workshop mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt und ist zunächst für zwei Jahre konzipiert.

Dr. Michaela Schmidt und Katrin Kunert leiten Kompass

Die Agentur wird Dr. Michaela Schmidt, die für Beratung und Konzeption verantwortlich ist, und Katrin Kunert, die sich ebenfalls um Beratungen und das Marketing kümmert, betrieben. „Wir sind Wegweiser, Anlaufstelle und Orientierungshilfe in einem“, sagt Michaela Schmidt. Nicht nur für die, die neu in den Kreis kommen, sondern auch für langjährige Bewohner. 6900 Menschen, so die aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2018, sind in einem Jahr in den Werra-Meißner-Kreis zugezogen. „Die meisten davon waren junge Familien“, sagt Katrin Kunert.

Viele von ihnen sind Rückkehrer, die die Heimat wegen der Ausbildung oder „weil sie einfach mal raus wollten“ verlassen haben. Die beiden Frauen sprechen hier aus Erfahrungen. Auch sie sind nach Jahren in Freiburg, Zürich oder Erfurt in die Heimat zurückgekehrt. Auch ihnen hat eine Orientierungshilfe gefehlt.

Region hat als Lebens- und Wirtschaftsstandort einiges zu bieten

Als „längst überfällig“ beschreibt beispielsweise Dr. Lars Kleeberg die neue Agentur. „Unsere Region kann als Lebens- und Wirtschaftsstandort einiges bieten. Mit Kompass Werra-Meissner möchten wir das unterstützen“, sagt Landrat Stefan Reuß. Sabine Wilke, Geschäftsführerin des Vereins für Regionalentwicklung: „Kompass macht die Attraktivität der Region sichtbar, bietet neue Treffpunkte und unterstützt Menschen, die bei uns eine neue Heimat suchen.“

Agentur im Open Flair-Gebäude an der Mangelgasse in Eschwege

Zu finden ist die Agentur im Neubau des Arbeitskreis Open Flair an der Mangelgasse. In dem Gebäude haben sie die Dachgeschossräume mit fulminantem Blick über die Werra und die Eschweger Altstadt bezogen. „Auch unser Büro soll widerspiegeln, dass es sich hier gut leben und arbeiten lässt“, sagt Katrin Kunert. Deshalb bieten sie hier auch sogenannte Co-Working-Spaces an. Mobile Arbeitnehmer können die Räume mitnutzen. Zwei Arbeitsplätze stehen ab sofort zur Verfügung. 

Zwei Co-Working-Arbeitsplätze 

Die beiden Co-Working-Arbeitsplätze könnten schnell weggehen. Nicht nur, weil sie in einem schicken Dachgeschoss-Appartement mit Raum für kreative Ideen untergebracht sind, sondern auch, weil durch die Corona-Krise das mobile Arbeiten enormen Zulauf bekommen hat. „Wem nach zehn Wochen im Homeoffice die Decke auf den Kopf fällt, kann bei uns den Kopf freibekommen“, sagt Dr. Michaela Schmidt. 

Zusammen mit Katrin Kunert leitet sie die Agentur Kompass Werra-Meißner – Wegweiser für die Region ab sofort. Seit Januar bereiten sie den Start der Agentur vor. Ihren Auftakt haben sie sich aber ganz anders vorgestellt. 

Kick-off musste wegen Corona ausfallen

„Wir hatten eine große Kickoff-Veranstaltung geplant, um uns allen wichtigen Akteuren im Kreis vorzustellen“, berichtet Katrin Kunert. Stattdessen haben sie ihr Konzept in unzähligen Videokonferenzen einzeln an Mann und Frau gebracht. Wenn es weitere Lockerungen der Kontaktbeschränkungen gibt, wollen sie auch die persönliche Vorstellung nachholen.

Erste Aktionen müssen kleiner gefahren werden 

Auch die ersten Aktionen müssen jetzt erstmal kleiner gefahren werden. So sind Frühstücke, Wanderungen und After-Works im ganzen Kreis geplant, sobald es die Covid-19-Bestimmungen wieder zulassen. Dort können neue Kontakte geknüpft werden, besonders für diejenigen, die neu im Werra-Meißner-Kreis sind oder für diejenigen, die erst mit dem Gedanken spielen, herzuziehen. Für Akteure der Region bieten diese Netzwerkformate die Möglichkeit, im Austausch neue Ideen und Projekte zu entwickeln. „Jeder – ob neu hinzugezogen oder alteingesessen – ist herzlich willkommen und gern gesehen“, sagt Katrin Kunert. 

Hilfe bei Behördengängen, Immobiliensuche, Schulen und Kitas

Die Agentur soll es den Neuen einfacher machen, im Landkreis anzukommen. Sie hilft beispielsweise bei Behördengängen, gibt gebündelte Informationen zur Region, Immobilien, Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie Kultur- und Freizeitangeboten. 

Raum für Treffen und Netzwerken 

Außerdem bietet sie Treffpunkte/Raum für Neues, Konferenzen und Thementalks, unterstützt neue Arbeits- und Lebensmodelle und neue Formate des Netzwerkens. Dazu gehören auch die zwei Co-Working-Arbeitsplätze. Die Agentur bietet in ihren 24 Stunden nutzbaren Büroräumen neben Schreibtisch und Stuhl auch die Büroaussattung wie Kopierer oder Drucker, schnelles W-LAN, eine Küche und Toiletten kostenlos an. Nur den Laptop muss man selbst mitbringen. „Ich glaube, dass wir von den Bürokollegen profitieren werden“, sagt Michaela Schmidt. „Manchmal hilft ein Blick von außen.“

Zuzüge in ländlichen Raum werden wachsen 

 Ihre Arbeit schätzen die beiden Frauen als zunehmend wichtig ein, weil die Zuzüge weiter wachsen werden. „Der ländliche Raum wird durch die Pandemie attraktiver als Ballungszentren – es wird eine Rückbesinnung geben“, sagt Schmidt. Vom Zuzug ist auch WFG-Geschäftsführer Dr. Lars Kleeberg überzeugt. Seit Jahren ziehen mehr Menschen in den Kreis als ihm den Rücken kehren. Die Pandemie werde diesen Trend verstärken. Neu-Eichenberg, Bad Sooden-Allendorf und Hessisch Lichtenau hätten mit die besten Werte in Nordhessen. „Wir profitieren davon, uns im Speckgürtel von Göttingen und Kassel zu befinden."

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