Interview mit Alexander Feiertag über das Open Flair in Eschwege

Eschwege. Am Mittwoch kommender Woche beginnt das Open-Flair-Festival: 150 Acts auf drei Konzertbühnen, im Schlosspark, in der Innenstadt sowie im und um das E-Werk, 20 000 Besucher, fünf Tage Musik und Kleinkunst. Im Interview nimmt Geschäftsführer und Festivalchef Alexander Feiertag Stellung zu Neuigkeiten, Sicherheitslage und persönlichen Erwartungen an das 33. Open Flair.

Herr Feiertag, auf welche Neuerungen dürfen sich die Open-Flair-Besucher in diesem Jahr freuen?

Alexander Feiertag: Wir haben uns die Aufgabe gesetzt, das Flair immer ein ganz kleines Stück weiterzuentwickeln, und so werden wir auch in diesem Jahr verschiedene Dinge ausprobieren. Auf dem vorderen Hof des E-Werks wird es in diesem Jahr die Hofbühne geben. Der Hof zwischen E-Werk und Medienwerk ist Liedermachern vorbehalten. Zwischen Donnerstag und Sonntag treten hier fünfzehn zusätzliche Künstler auf – die Monsters of Liedermaching konnten wir zwar nicht gewinnen, aber sie sind da und jeder tritt einzeln auf.

Und darüber hinaus?

Feiertag: Neben dieser neuen Bühne wird es in diesem Jahr erstmals den Elektrogarten geben. Der Reit- und Fahrverein hat uns die Pferdekoppel hinter der Reitanlage zur Verfügung gestellt. Mit ebenfalls fünfzehn Künstlern aus dem Genre der elektronischen Musik wollen wir unser Publikum auf neue Pfade führen. Wir arbeiten seit Wochen an der Gestaltung dieser Fläche; beispielsweise werden wir mit viel Licht die alte Scheunenmauer in Szene setzen. Auch auf den Wegen zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten darf mit dem einen oder anderen beleuchteten Objekt gerechnet werden: Häuser, Bäume, Wasserobjekte ... Ich will nicht zu viel verraten.

Es wird zum zweiten Mal einen Eröffnungs-Headliner geben. Wer wird das sein? Verraten Sie uns etwas über die Band?

Feiertag: Headliner ist übertrieben, es handelt sich um eine unseren Festivalbesuchern wohlbekannte, sehr beliebte Band. Wir haben aber Stillschweigen vereinbart und so wird es die Auflösung des Rätsels „Lachse und So“ erst kurz vorher geben. Übrigens, der Text im Programmheft ist der original Bandvorstellungstext – er ist nur etwas durcheinandergeraten.

Sorgt die veränderte Betrachtungsweise der Sicherheitslage für Veränderungen?

Feiertag: Die Sicht auf die Sicherheitslage hat sich nicht großartig verändert! Wichtig ist es, alle nur denkbaren Situationen in Zusammenarbeit mit den Behörden – die Zusammenarbeit mit den Sicherheits- und Rettungskräften ist im Übrigen sehr gut – im Blick zu behalten. Vorsorge ist sehr wichtig und natürlich wird es an der ein oder anderen Stelle im Umfeld der Veranstaltungsflächen Betonpoller geben, um das Publikum vor Rasern zu schützen.

Wird es verschärfte Einlasskontrollen geben?

Feiertag: Die Einlasskontrollen sind seit dem vergangenen Jahr bereits verschärft.

Dürfen nach wie vor Rucksäcke, Taschen und Getränke auf das Festivalgelände mitgenommen werden?

Feiertag: In diesem Jahr haben wir unser Publikum darum gebeten, Rucksäcke und Taschen nicht mit auf die Veranstaltungsflächen zu nehmen. Dies erleichtert die Kontrollen und auch die Übersicht – andere Veranstaltungen haben in diesem Jahr bereits gute Erfahrungen damit sammeln können. Getränke im Tetrapack (ohne Deckel) sind im Übrigen weiterhin erlaubt – es wird in diesem Jahr aber auch Trinkwasserzapfstellen geben.

Wie entwickelt sich das Green-Camping?

Feiertag: Die Zahlen auf dem Green-Camp sind – wenn es auch noch kein Massenphänomen ist –- stetig steigend. Gerade viele junge Leute verzichten mittlerweile bewusst auf Aggregate und wollen sich auch der Umwelt gegenüber bewusster verhalten.

Gibt es weitere Bemühungen in Sachen Müllvermeidung auf dem Campinggelände?

Feiertag:In Sachen Campingplatz generell und insbesondere in Sachen Müll arbeiten wir mit dem Maschinenring Hessen und dem Kreisbauernverband zusammen, um ständig neue Methoden der Vermeidung, der Abgabe, des Einsammelns und der Reinigung während und nach dem Festival zu entwickeln. Es ist schwierig, wir leben nach wie vor in einer Wegwerfgesellschaft, aber wir werden jedes Jahr schneller beim Säubern, es wird jedes Jahr etwas weniger Müll.

Wie wird die Anfahrt zum Campingareal in diesem Jahr organisiert?

Feiertag: Vor dem Hintergrund, Eschwege möglichst wenig mit dem Anreiseverkehr zu belasten, konnten wir in Zusammenarbeit mit den Straßenverkehrsbehörden wieder eine großräumige Umleitung organisieren. Camper und auch Tagesgäste bitten wir, nicht über Eschwege zu fahren, sondern den Umleitungen über die Bundesstraße 27 und die vierspurige Straße am Seilberg zu folgen, um die Park- und Campingplätze über die Zufahrt zwischen Jestädt und Grebendorf zu erreichen.

Worauf freuen Sie persönlich sich ganz besonders?

Feiertag: Ich freue mich ganz riesig auf unser Publikum, wenn sich Eschwege für ein paar Tage in eine vor Lebendigkeit strotzende, junge Stadt verwandelt – ich hätte es gern immer so. Darüber hinaus ist es immer ein überwältigendes Erlebnis, Teil eines so großen, mittlerweile generationsübergreifenden Teams zu sein, das so reibungslos zusammenarbeitet. Allen ein riesiges Dankeschön dafür – während des Festivals haben wir über 1400 ehrenamtliche Helfer. Was die Künstler betrifft, stehen für mich persönlich Rise Against, aber auch Biffy Clyro ganz vorn – beides sind Bands, die etwas mitzuteilen haben, musikalisch wie auch thematisch.

Rubriklistenbild: © Sagawe

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