Amtsgericht verurteilt Mann zu Bewährungsstrafe

Prozess gegen 36-Jährigen: Im Alkoholrausch ins Gesicht geschlagen

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Statue Justitia - Weniger Verfahren vor Gerichten

Werra-Meißner. Weil er einem Bekannten mit der Faust ins Gesicht und in die Rippen geschlagen sowie eine Kopfnuss verpasst hat, ist ein 36-jähriger Mann gestern vor dem Eschweger Amtsgericht zu einer viermonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Die Strafe, die zu einer dreijährigen Bewährung ausgesetzt wird, gab es aber nicht nur wegen dieser vorsätzlichen Körperverletzung, sondern auch wegen des Fahrens ohne einen gültigen Fahrschein in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Während dieser Anklagepunkt relativ schnell geklärt war – der Mann aus dem Landkreis Kassel gestand, diesen „absoluten Blödsinn“ verzapft zu haben – dauerte die Rekonstruktion des Abends, an dem der Mann zugeschlagen haben soll, etwas länger: Sowohl er als auch sein damaliger Bekannter aus dem Werra-Meiner-Kreis seien stark alkoholisiert gewesen, „deshalb kann ich mich nicht mehr so genau erinnern“, sagte der 36-Jährige, der seine damalige Alkoholsucht nach eigenen Angaben mittlerweile stark reduziert hat.

Diese ganz besiegt haben will das Opfer, ein heute 42-jähriger Mann aus dem Kreis. Der war zum Tatzeitpunkt Anfang Januar 2015 zwar auch betrunken, könne sich aber noch an einen Streit erinnern, den es zwischen dem Angeklagten und einer 46-Jährigen aus dem Kreis in deren Haus gegeben haben soll, den er schlichten wollte – und stattdessen die Schläge und die Kopfnuss kassierte.

Die Frau hingegen will von diesem Streit nichts bemerkt haben: Sie habe geschlafen und sei erst aufgewacht, als die Polizei im Haus stand. Die Frage der Richterin, ob auch sie betrunken gewesen sei, beantworte sie mit „ja, selbstverständlich“. Geglaubt haben Staatsanwalt und Verteidiger dann aber dem Opfer, dessen Verletzungen durch ein Attest und Bilder belegt wurden, und waren sich bei dem Strafmaß, dem die Richterin dann auch folgte, einig.

Von Constanze Wüstefeld

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