Viele Nationen vertreten

Kleingärten: Pächter werden immer internationaler und jünger

Kleingarten am Werdchen in Eschwege
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Kleingarten am Werdchen in Eschwege

Die Klientel der Kleingartenvereine wird immer internationaler und jünger. Das hat die Kreisgruppe der Eschweger Kleingärtner erfreut festgestellt.

„Wir werden durch Zugezogene deutlich multikultureller“, sagt der erste Vorsitzende der Eschweger Kleingärtner, Udo Kosbab. Heute seien es vor allem ganze Familiengruppen, die als Pächter in die Gärten einziehen, so Kosbab. Diese Entwicklung lässt das Durchschnittsalter der Hobbygärtner erheblich sinken.

Und nicht nur im Werra-Meißner-Kreis wird dieser Trend im Alltag der Gartenbesitzergemeinschaften deutlich. Auch der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG), unter dem sich 14 000 Kleingartenvereine zusammengeschlossen haben, verzeichnet immer jüngere Pächter. Waren die im Jahr 2001 noch 55 Jahre im Durchschnitt, drückt der Zulauf junger Familien die Altersgrenze seitdem immer weiter.

Erster Vorsitzender der Eschweger Kleingärtner, Udo Kosbab

Bedingt durch die Corona-Krise sehnen sich immer mehr Menschen nach einem eigenen Garten, und das macht sich deutschlandweit auch bei den Kleingartenvereinen bemerkbar. Seit Beginn der Corona-Beschränkungen haben viele Gartenvereine deshalb einen erheblichen Zulauf, der sich allerdings in der Eschweger Kreisgruppe nicht signifikant zeige, so Kosbab. Deutliche Veränderungen in der Gartengemeinschaft gibt es laut Udo Kosbab allerdings anderweitig.

So sei nicht nur in der Generationenverschiebung, sondern auch bei der Herkunft vieler Pächter ein Trend zu beobachten, weiß der Hobbygärtner. „Früher waren vor allem Deutsche und einige Kasachen im Verein organisiert, heute sind auch viele ehemalige Asylbewerber dabei“, fasst der Vorsitzende der Kleingärtner die Entwicklung zusammen. Das bringe sowohl neue Chancen als auch neue Herausforderungen für die Gemeinschaft und das Vereinswesen mit sich, gibt Kosbab zu bedenken.

Beide Seiten sehen auch die Nachbarn im Kleingarten am Werdchen in Eschwege. Die Langzeitpächter Harry Bredow und Edmund Bechthum zeigen ihre Gärten und die Gemeinschaft.

Die Kleingartenanlage am Werdchen in Eschwege

Kleingärten werden immer beliebter, die Pächter jünger und internationaler.
Kleingärten werden immer beliebter, die Pächter jünger und internationaler.
Kleingärten werden immer beliebter, die Pächter jünger und internationaler.
Kleingärten werden immer beliebter, die Pächter jünger und internationaler.
Die Kleingartenanlage am Werdchen in Eschwege

Kleingärten nicht nur in Großstädten

Der Wunsch nach einem eigenen Garten ist vor allem bei Großstädtern weiterhin ungebrochen. So sind laut dem Bundesverband Deutscher Gartenfreunde die Mitgliederzahlen in großstädtelastigen Bundesländern weiter am höchsten. Der Verband zählt rund 48 104 Mitglieder in Bayern und 66 253 Mitglieder in der Landeshauptstadt. Die Nachfrage übersteigt in den Ballungsgebieten das Angebot. Doch auch in Kleinstädten sind die Kleingartenparzellen verpachtet.

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